Lemon Curd

Lemon Curd

Lemon Curd

Angenommen ihr wacht nach einer romantischen Sommernacht mit Freund oder Freundin auf, Euer Kühlschrank ist leer und in der ganzen verdammten WG finden sich außer ein bisschen Toast, etwas H-Milch und zwei Beuteln Earl Grey nur noch ein Klumpen Butter, drei Zitronen, etwas Zucker und vier Eier?

Und daraus soll jetzt ein herrliches englisches Frühstück werden und dann auch noch binnen 15 Minuten (Freund und Freundin schlafen schließlich nicht ewig!)

Keine Panik, das wird!

Ihr setzt in einem Topf etwas Wasser auf, nehmt euch bis es kocht die Zitronen, reibt die Schale ab, presst sie aus, gebt sie zusammen mit den Eiern, dem Zucker und der Butter (die kann man Notfalls sogar weglassen und für den Toast aufspaaren!) in eine kleine Metallschüssel (die sollte allerdings in den Topf mit dem heißen Wasser passen, ganz so einfach ist die Welt schließlich nicht!). Dann verrührt ihr das ganze im Wasserbad so lange (am besten mit einem Schneebesen, zur Not tut’s aber auch ein stinknormaler Löffel) bis es zu einer sämigen, leicht glasigen, zitronenfarbenen Masse wird (wenn es klumpt habt ihr leider etwas falsch gemacht…). Das ganze kurz in den Kühlschrank stellen, Toast toasten, Tee aufsetzten, alles enigermaßen hübsch drappieren, Freund oder Freundin wecken (man kann das ganze aber auch alleine essen!) und fertig ist euer original Englisches Frühstück mit Lemon Curd…

PS: Man kann den Curd inzwischen auch in Deutschland fertig kaufen, dann ist er aber abstrus teuer und auch nicht besser als der selbergemachte der sich – nebenbei gesagt – im Kühlschrank durchaus eine Woche hält…

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Klassisch & sommerlich (fast) ;-)): Ossobucco mit Gremolata

Ossobucco mit Tagliolini und Gremolata

Ossobucco mit Tagliolini und Gremolata

Ich liebe Metzger, bei denen es noch (oder wieder) gut abgehangene und fachmännisch zerteilte Rinderfußscheiben gibt!

Wunderbares, rotes, zart durchwachsenes Muskelfleisch und in der Mitte ein weißes Knochenauge mit Mark!

Schon der Rohzustand ist verlockend.

Wenn man sich dann aber noch die Mühe macht, ein wenig Wurzelgemüse, Petersilie, Tomaten (wenn man gerade mal wieder nur die nichtsschmeckenden holländischen bekommt, spricht nördlich der Alpen absolut nichts dagegen die eingemachten aus der Dose zu nehmen) Lauch, Sellerie, Knoblauch, Zwiebeln und was immer der Garten sonst noch gearade hergiebt (wer mag darf gerne auch etwas Paprika, ein Paar Kartoffeln und Pastinaken reinschnibbeln, ich bin da nicht so puristisch) kleinzuschneiden, das Ganze mit etwas Rotwein, einem Hauch Zimt und 2 Nelken (ich weiß das ist auch nicht klassisch, aber es funktioniert!) in eine Reine (süddt. für Bratenform) zu geben, es 3-4 Stunden bei mäßiger Hitze schmoren zu lassen und es dann mit ein paar frisch abgekochten und mit Butter überlassenen Tagliolini und einer aus Zitronenzesten, Petersilie und Knoblauch gewiegten Gremolata (die gibt dem ganzen erst den richtigen, heiter-herzhaft südlichen Geschmack und balanciert das manchmal doch etwas schwere Schmoraroma des Fleisches perfekt aus) der erlebt das Paradies! Versprochen!

Leider gibt’s von der ganzen Herrlichkeit keine vegetarische Variante…Ich kann mir jedenfalls nicht vorstellen, dass das ganze mit Sojafleischersatz auch nur annähernd funktioniert, bin aber gerne bereit dazu zu lernen!

PS: Das Knochenmark ist das beste daran…am besten man röstet es ganz vorsichtig (damit es nicht zerläuft) kurz vor dem servieren mit etwas Trüffelöl an…

Und für alle, die sich jetzt fragen, welchen Wein man zu einer derart herrlichen und gleichzeitig einfachen Speise trinkt…

Einen Italiener natürlich!

Gut passte der 2011 Cirò, ein herrlich schwerer, beeriger, leicht pfeffrig schmeckender und intensiv rubinrot schimmernder Gaglioppo von der Società Tenuta Iuzzolini in Cirò Marina der auch etwas schwerere und mit Knoblauch gewürzte Gerichte problemlos verträgt.

Buon Appetitò und viel Spaß beim Nachkochen!

PPS: Wer den Fehler im Bild findet bekommt ein etwas ausführlicheres Rezept!

Von Hungernden Sozialschmarotzern und der Kunst der Demut

„Wenn’s ihnen hier nicht passt, können’s ja wieder abhaun!“

„Alles Kriminelle, Menschenschleußer und Drogenhändler!“

„Sozialschmarotzer, Arbeitsscheues Gesindel, Assoziale!“

„Am besten, wir würden sie gleich an der Grenze abknallen, dann hätten wir die Probleme nicht…“

Ich weiß, ich neige zu schwierigen Themen, und ich weiß auch, dass man seine Mitmenschen mit sowas am heiligen Sonntag Nachmittag  eigentlich nicht plagen soll…

Und trotzdem mach ich’s , auch und gerade auf die Gefahr hin in Fettnäpfchen zu treten und Fußspuren in der Komfortzone anderer zu hinterlassen…

Warum? Warum nicht?

Man(n) muss nicht das Stereotyp vom springerstiefeltragenden Glatzkopf mit Reichskriegsbanner um die Schultern bedienen um dieser Tage die oben zitierten Kommentare zu hungerstreikenden „Assylanten“, Wirtschaftsflüchtigen und vorgeblich kriminellen Ausländer-Clans mit eigenen Ohren zu hören zu bekommen.

Die wohlsituierten Teilnehmer/innen Bayerischer, palermitanischer und athenischer Stammtische, sächsischer Kaffeekränzchen und portugiesischer Schützenvereinsumtrünke können bei einem gepflegten Ouzo, Bier, Wein, Kaffee oder Quittenlikörchen zumindest verbal wesentlich kaltblütiger als jedes SS-Rollkommando sein.

„Wir haben genug mit unseren eigenen Problemen zu tun“

„Sollen sie doch bleiben wo sie sind“

„Ausrotten…alle ausrotten…die braucht doch eh niemand“

Auch eine Form des Zweckrationalismus, und eine bei der’s den meisten noch nichtmal kalt den Rücken hinunterläuft. Seltsamerweise sind es gerade jene Gutmenschen, die Anfang Zwanzig voller Hoffnungen und Utipien in fremde Länder aufbrechen um die Welt zu retten, die nach ihrer Rückkehr in eben jenes Vernichtungshorn blasen. Clash of cultures?

Die „urmenschliche“ Abneigung gegen alles Fremde und Neue?

Ich bilde mir ein, mir nichts mehr vorzumachen. Glaubt man Archäologen und Kulturwissenschaftlern sind „Ausländer“ spätestens seit der neolithischen Revolution vor rund 10.000 Jahren für die, die bereits da sind keine Mitmenschen sondern „ein Problem“, dass es möglichst schnell zu beseitigen gilt.

Der oder die Andere gehört nicht dazu, ist anders, fremd und – er könnte ja Acker, Hof, Weib, Kind und Hund (sic!) rauben – gefährlich. Fremde sind nicht gut für Länder mit Gartenzwergen und gepflegten japanischen Vorgärten. Sie stehlen Jobs, gefährden den hart erarbeiteten Wohlstand, drücken das Lohnniveau und vergewaltigen unsere Frauen, Ziegen und Hunde…ganz egal was Schamanen, Börsengurus, Wirtschaftsweise und korrupte Clanchefs…ähm Politiker sagen…

Essen und Wahlrecht nur für Einheimische, reinrassige, blonde, blauäugige Griechen! so jedenfalls die „goldene Morgenröte“ (Ich kann nur hoffen, dass die Schamesröte auf Auroras Wangen nicht daher kommt)…

Dabei würde schon ein Blick auf die Liste der Nachnahmen der wohlsituierten Tiradenschwinger besseres lehren… Da sitzen sie mit Sack und Pack und Grill im Stadtpark, bei Bier und Mammutsteaks vom Discounter: die Schulzinskys neben den Döhnhoffs, die Armeni neben Liebermanns und die Asamasows neben den Friesens…und war nicht Alexander der Große gar kein Grieche? und war es nicht Jan Sobiesky dessen Flügelreiter „uns“ vor Wien vor „dem Islam“ retteten? Und Europa…kam sie nicht auf dem Rücken von Zeus zu uns als Ausländerin von der Levante? Stammten nicht Aeneas und Antenor aus Troja und waren es nicht die schwarzen Sklaven, die dafür sorgten, dass der gute deutsche Bohnenkaffe auch bei Müllers und Schultzes auf den Tisch kam?

Schweigend wird mir die indische Currysauce zur thüringischen Bratwurst gereicht.

Gelebtes Multikulti? zumindest kulinarisch? Alles gut?

Nicht wirklich – ein Halbsatz, den ich nebenbei gesagt viel zu oft sage, und noch viel öfter denke…Ich sei zu kompliziert, zu nachdenklich, zu unspontan, zu deutsch…aber sind wir nicht das Land der Dichter und Denker…müssen wir nicht kompliziert und grüblerisch und misstrauisch sein um die zu bleiben, die wir sind?

Well…

Ich für meinen Teil misstraue aus leidvoller Erfahrung auch zutiefst jenen, die alles Fremde und Neue neudeutsch als „challange“ und „Herausforderung“ (nebenbei bemerkt ein sehr zweideutiges Wort, auch im Englischen), „interessant“ und „spannend“ und „erregend“ und „toll“ und „anregend“ finden. Nicht nur, dass sich hinter diesen Frasen zumeist nur ein sehr oberflächliches Wissen um das oder den jeweils Anderen verbirgt, nein, diese Menschen erinnern mich an an ADHS erkrankte Kindergartenkinder, die – immer auf der Suche nach dem nächsten Sandförmchen-Kick im Schnellkurs ganze Kulturen in sich absorbieren, verdauen, sie in Form dunkelhäutiger Beachboys als Ersatzdildos missbrauchen um sie dann nach allerspätestens zwei Wochen für ein neues noch exotischeres Lustobjekt frustriert in die Ecke schmeißen und nie wieder eines Blickes würdigen.

Heute Tibet, morgen S21 und übermorgen Asylanten! Immer für das Gute, nie für das Schlechte und immer für den (möglichst fernen!) Mit-menschen! Ein Blick in manche politisch korrekte StudentInnen-WG der Gegenwart gleicht in ihrer beliebigen Zusammenstellung von Protestsymbolen nicht zufällig dem in eine noch ungeordnet im Museumskeller schlummernde barocke Wunderkammer vor ihrer restauratorisch korrekten Rekonstruktion!…

Als Kleinkind mag dieses Verhalten noch durchgehen, als Erwachsener zeugt es von mangelnder Achtsamkeit, hemmungslosem Aktionismus und in seiner Öffentlichkeitswirkung genau berechnetem Egoismus. Der Barock war in diesen Dingen ehrlicher, er bekannte sich offen zur sinnlich-repräsentatativen Charakter seiner „Kulturerfahrungen“ und kannte – von einigen seltsamen Pietisten und Devoten abgesehen – noch keine aufgeklärten Weltverbesserungsgelüste…

Das Fremde war vor allem eins: Exotisch, vielleicht auch deshalb, weil es soweit weg war?

Heute hingegen fragt man sich ob manch vorgeblicher Schützer der Menschen-, Frauen- Kinder- und Tierrechte, Gesundheitsapostel und Fitnesspapst in seinem tiefsten Inneren nicht doch nur eine Neuauflage jener Kreuzfahrer, Missionare und Prohibitionisten ist, welche dereinst die guten Sitten, das christliche Abendland und den gesunden Menschenverstand gegen teuflische Wilde und Heiden verteidigten.

Ich muss gerade an die Denkmäler gegen den Inneren Schweinehund des dänischen Künstlers Jens Galschiøt in Bonn und (inzwischen in den Bauhof verbannt und durch die Skulptur „Der Wächter“ von Markus Jestl erstetzt) in Innsbruck  und die damit in engstem Zusammenhang stehende Rede Kurt Schuhmachers vom 23. Februar 1932 denken.

Soweit ich mich erinnere trug der Sockel des Innsbrucker Schweinehunds eine Inschrift, welche darauf hinwies, dass er durch menschliche Ignoranz, Dummheit, Verachtung und Hochmut genährt und nicht gefüttert werden dürfe…

Dito…

Und nun…Heute Morgen wurde das Camp der Hungerstreikenden von der Polizei geräumt.

Waren es nicht genau jene immergleichen Bilder von Gewalt und Angst, die wir in unserem tiefsten Inneren erwarteten? Die einen befriedigt, weil sie Hungerstreikenden eh als assoziale Sozialschmarotzer verachten, die anderen glücklich weil sie mit ihnen neue Nahrung für ihren selbstbeweihräuchernden Kampf gegen das Böse in Form der bayerischen Staatsregierung bekommen?

Istanbul und Kairo sind überall…und genau das ist das Problem.

Wir leben, wie es Ulrich Beck so nett ausdrückt in einer Welt der Nebenfolgen. Alles hängt mit allem zusammen und dank Twitter, Facebook, yourube und Skype sind wir überall live dabei (oder haben zumindest den Eindruck es zu sein…). Nichts ist mehr privat, alles öffentlich, und alles damit auch bekannt, oder zumindest als bekannt vorauszusetzen.

Doch heißt – anders als manch Internet-Enthusiast sich das bis heute erträumt – ein mehr an Information keinesfalls ein mehr an Einsicht. Ganz im Gegenteil:

Für jede Information, für jeden Stadtpunkt findet im Netz auch das Gegenteil. Man muss nur lang genug danach suchen.Was hier gut ist, kann dort böse sein. Und das, was wir gerade noch als dernier cri bewunderten, gilt morgen als verdammenswert. Das Netz ist eine kapriziöse Geliebte und ein Shit-storm zum Nachtisch wahrscheinlicher als eine Mousse aux chocolade.

Auch die münchner Asylsuchenden sind in dieser mediatisierten und globalisierten Welt mehr als „nur“ hilfesuchende Menschen. Sie sind Medienereigniss, Vorbild, Schreckgespenst und Alptraum, Helden und Verbrecher, Mensch und Mythos…ob sie das nun wollen oder nicht.

Je nach Standpunkt des Bloggers, der Journalistin oder des Online-Redakteurs verändern sich die Rollen. Für den User ist alles relativ, man muss nur die „richtigen“ Informationen finden und den anderen via like-buttons, online-petitionen und Pinwand-Posts davon überzeugen.

Keine Opfer und keine Täter, keine einfachen Verallgemeinerungen, keine statistischen Mittelwerte, nur noch das informatorische Dauerflimmern von Milliarden Individualisten auf der egozentrischen Suche nach Glück und Aufmerksamkeit.

Eine seltsam unterkühlte, subjektivierte und orientierungslose Welt, die sich gar nicht so sehr von jener der (un-)bedacht fremdenfeindlichen Stammtischbrüder, Kaffeklatschbesucherinnen und dienstbeflissenen SS-Schergen unterscheidet.

Ist es wirklich diese Freiheit der totalen und damit auch relativierbaren Information, die wir wollen, brauchen wir nicht vielmehr weniger Information und mehr Orientierung, Führung und Grenzen und damit auch die damit zusammenhängenden Aus- und Abgrenzungen um nicht vollkommen beliebig zu werden? Braucht es nicht Fremdes und Eigenes um überhaupt noch einen Standpunkt vertreten zu können und müssen wir dann nicht auch akzeptieren, dass nicht alle Menschen gleich, und manche eben gleicher sind?

Ein Minenfeld, auf dass man denkend geht und von dem man ganz leicht ohne Kopf zurückkommt…

Vielleicht war es ganz richtig, dass ich heute Morgen ohne groß darüber nachzudenken Schmetterlinge aus Origamipapier an unserer Haustüre aufgehängt habe, sie sind jedes Jahr dort, bleichen aus, und werden durch neue ersetzt…schließlich sind es die sanften Flügelschläge dieser Begleiter der Seelen in die Anderswelt, der buntschillernden Begleiter von Aphrodite, Amor und Psyche, die andernorts angeblich alles vernichtende Hurrikans erschaffen.

„Πάντα χωρεῖ καὶ οὐδὲν μένει“

„Alles vergeht und nichts bleibt wie es ist…“

Eventuell sollten wir uns öfter an diese dem antiken Philosophen Heraklit zugeschriebenen Worte erinnern um zu erkennen, dass wir schon morgen diejenigen sein können, die vor Hunger, Not, Terror und Zerstörung unserer Welt in andere Länder fliehen und dort ohne alles Aufnahme erflehen müssen, aber auch diejenigen, die unterdrücken, neiden, töten und im Luxus schwelgen.

Vielleicht, nur vielleicht hilft dieses kurze Zögern uns dann beim nächsten mal bei Bier und Wein und Kaffe, Likör und Hungerstreik nicht ganz so schnell über den andren zu urteilen…Einfach ist das nicht, weder für die, die alles haben, noch für jene, die danach streben.

Einmachzeit!

Sommer im GlasEs regnet in Bindfäden.

Im Überfluss Whiskey – der Gute –  ist wieder um 20 EuroCent glasweise teurer!

Rechts am vernächtlichten Fluss, nur die Reste der Griller.

Die Besitzer verschwunden und mit ihnen auch die, die nackt baden.

Geflohen sind sie jammerfeige hinauf ins Gewärme der Ganzjahreseisdielenbuntgarnitur.

Nur Sommermonds haben es wieder vergessen beim Schankbierschluss Licht aus Laterne zutun.

Und Nebelschnee wabert bei Birken. Das Radio sagt – auf dem Weg in die Stadt – dass um Peter und Paul auch dem Roggen und Weizen die Füße abfaul’n.

Ich lächle mit Eisbärengrimm, und ich liege im Bett und ich träume: von Mitsommerfeuern und Glühmet!

Als es morgens noch immer wie abends, schalt ich in Murmeltiermodus und mummle mich zitternd ein.

Und am Mittag im immer noch fallenden Regen sammle ich all die gewordenen Blüten und ertränk‘ sie in Zucker.

22 blassgelb geschämte Gläser Gelée, dazu 5 3/16 Flaschen froschlaichgrün glitzernder Sirup.

Im Juni das Wetter November soll üben! Das was ich vom veruntreuten Sommer begehre ist eingemacht!

…und für alle, denen’s gerade ähnlich geht, hier das Rezept:

Regen

Rosen- (duftende, am besten Damaszener, englische und ein paar Essigrosen tun’s aber auch, nur ausgemachte Masochisten wählen die Hundsrose!) und Hollunderblüten, soviel man eben bekommen kann, mindestens aber je 1 großer Topf voll, weil die Mühe sich sonst nicht lohnt.

Unmengen Zucker (Für die Rosen Gelierzucker, für den Holunder normaler, brauner verdirbt den Geschmack!)

Zitronen (viele!)

Rosengelée:

Den größten Topf den man hat bis zum Rand mit ungespritzten, stark duftende Rosenblüten (wer hat Damaszenerrosen, es gehen aber auch alle anderen Rosenarten, vorrausgesetzt sie duften) füllen, eventuell vorhandene Tierchen und Grün vorher aussortieren. (nicht weil sich das optisch nicht nett macht…aber Fleischeinlagen in Marmelade sind nicht jedermanns Sache und Grünzeug hat bei Kochen die ärgerliche Tendenz leicht bitter zu werden.)

Je nach Anweisung Gelierzucker und Wasser hinzugeben allerdings ca. 15% mehr Zucker als angegeben (Rosengelée geliert da Rosenblüten kaum Pektin enthalten ziemlich schlecht, also lieber mehr, als weniger!).

Je nach Geschmack (wer’s sehr süß mag, kann’s auch weglassen, allerdings heißt das noch mehr Zucker, weil die Säure neben der Frische auch das Gelieren fördert) Zitronensaft und kleingeschnittene Zitronenzeste zugeben (auf 1 l ca. 2 Zitronen).

Ganz langsam aufkochen lasen und dabei immer mal wieder durchrühren, damit nichts anbrennt.

Nur sehr kurz aufkochen lassen!

Etwas Gelée auf einen vorgekühlten Teller geben und damit Gelierprobe machen, wenn’s geliert, alles vorsichtig (Verbrennungsgefahr!) mit einem feinen Sieb abseien und in Marmelade oder Einmachgläser abfüllen.

Spar-Tip:

Am besten man sammelt für’s einmachen alle über’s Jahr anfallenden Einmachgläser mit Schraubverschlüssen (diese Eignen sich durchaus auch für Gemüse, Kompott’s u.ä. und machen weitaus weniger Arbeit als Weck-Gläser). Damit nichts schimmelt oder seltsam schmeckt muss man diese Gläser (und die Deckel!) aber sehr sorgsam reinigen. Am besten geht das in der Geschirrspülmaschine (Achtung: Papierettiketten vorher entfernen, da andernfalls Maschine verstoppft! Gläser und Deckel nach dem Spülen nochmals von Hand mit heißem Wasser ausspülen um eventuell vorhandene Spülmittelreste zu entfernen. Sauber, trocken und kühl lagern! Ggf. kurz vor dem Abfüllen des Inhalts nochmals mit heißem Wasser ausspülen).

Im Handel angebotene spezielle Marmeladengläser sind recht teuer, und vom Prinzip her auch nix anderes als die Dinger, die man eh im Supermarkt bekommt…

Holunderblütensirup:

Sirup geht im Prinzip gleich, nur dass man den Gelierzucker mit normalem Zucker und die Rosenblüten durch Holunderdolden (die Blüten sollten möglichst ganz frisch geöffnet sein) ersetzt (auf 1 l Wasser etwa 1,2-1,5 kg Zucker).

Verzehr-Tip:

Mit etwas Prosecco, einem Schuss Soda, einer Limettenscheibe und zwei Minzblättern wird aus dem Sirup flugs der „Cult-Drink“ „Hugo“ (besonders schön sieht der aus, wenn ihr ihm einen Limetten Zucker-Rand gönnt und ein zwei Johannis- und Heidelbeeren die dann auf und abkullern ins Glas gebt)

Rosengelée MUSS auf echten Buttercroisants oder Scones oder weichen Madelaines mit vieeeeeel Süßrahmbutter oder Clotted Cream gegessen werden. Sauerteig-, Schwarz- oder Vollkornbrot geht garnicht! (man kann’s aber auch pur essen…und wenn ihr kein Gelèe sondern Sirup mögt, einfach den Gelierzucker durch normalen ersetzen und etwas mehr Zucker als Wasser nehmen)

Viel Spaß beim verregneten Nachkochen.

Von renitenten RamsauerianerInnen und anderen gesetzes(un-)treuen Bürgern.

„Sie sind wohl farbenblind!“

Wer kennt ihn nicht, den Ausruf wenig hilfreicher Mitmenschen meist fortgeschrittenen Altes, wenn man als Fahradfahrer gesetzeskonform (?) die rote Fußgängerampel (die ohne Fahradsymbol, und ohne dass eine andere Fahradampel daneben existiert) ignoriert und sich nach der grünen Fahrbahnampel (der großen runden für die Autos ;-)) richtet?

Aber haben wir nicht alle schon als Grundschulkinder im Verkehrssicherheitsunterricht gelernt, dass für Fahradfaher die Fußgängerampel gilt?

Richtig…aber seit dem 1.9.2012 stimmt das nicht mehr, alles ist anders, oder doch nicht?

Hm…

Wie so häufig im realen Leben kann man die Sache dank des gut-deutschen Überregelungswahns so und so sehen…

Fakt 1:

Mit Inkrafttreten der 46. Novellierung der Straßenverkehrsordnung am 1.9.2012 ist eine komplette Neuordnung  der Verkehrszeichengültigkeit für Radfahrer gültig geworden, derzufolge reine Fußgängerampeln (also jene ohne Fahradsymbol, oder einer 2. „Fahrradampel“ daneben) keine Gültigkeit mehr für Fahradfahrer haben, sondern die Signalfarbe der Ferkehrsampel (also der großen runden für Autos…;-)) gilt, und das egal ob ich auf der Fahrbahn oder einem wie auch immer gekennzeichneten Radweg (Es gibt eine Fahrradfurt und einen Fahrradweg, und einen gemeinsamen Fahrad- und Fußweg ,die Unterschiede sind aber dank der unterschiedlichen und alles andere als stringenten Markierungspraxis von Radwegen selbst für Fachleute manchmal äußerst schwierig zu erkennen…) radle…

Kurz, reine Fußgängerampeln haben mich als Radfahrer jenseits des Gebots zur gegenseitigen Rücksicht aller Verkehrsteilnehmer nicht mehr zu interessieren

Doch langsam…Es gibt da noch Fakt 2.:

Dank eines kleinen Teufels namens „Zitierfehler“ ist Bundesverkehrsminister Ramsauer der Meinung es gelte bis zu einer etwaigen für 2015 angestrebten Neufassung der 46. Novellierung der STVO, nicht die 46. sondern  nach wie vor die alte 45. Novellierung, die vorschreibt dass reine Fußgängerampeln auch für Radfahrer gelten..Das Bundesjustitzministerium ist aber der Meinung, dass die 46. Novellierung rechtens ist und demnach seit 1.9.2012 auch gilt.

Und was sage ich jetzt der echauffierten Mitsechzigerin, die zwischen Austraße und Unterer Brücke (die ist übrigens KEINE Fußgängerzone!) anhält und einen lautstark auffordert dasselbe zu tun? Oder dem dabeistehenden Verkehrspolizisten in Zivil, der meint einen Bußgeldbescheid wegen Nichtbeachtens der Ampelanlage ausstellen zu müssen, weil er sich gemäß Verkehrsminister Ramsauer an die alte, angeblich noch gültige 45. Novellierung der STVO hält…

Die Welt der radfahrenden und radfahrerüberwachenden Menschheit ist gespalten in Ramsauerianer und Justitzministeriumsanhänger.

Rechtssicher Radfahren kann man eigentlich nur noch auf ampelfreien Feldwegen (die selbstredend zuerst für die Nutzung als Fahrweg zugelassen sein müssen, aber dass ist eine ganz andere Geschichte…) oder man lässt bis zum Inkrafttreten der  Neufassung der 46. Novellierung der STVO 2015 das Fahrrad stehen und mutiert evolutionär zurück zum homo pedes.

Für alle, die das Schlamassel genauer aufgedröselt gaben wollen noch ein kleiner, hilfreicher Link:

http://www.radverkehrspolitik.de/welche-ampel-gilt-fur-den-radverkehr/

…und zum Saisonabschluss: Spirelli mit weißem Spargel an Zitronen-Butter Sauce

Spirelli mit Spargel an Zitronen Butter Sauce 1Johanni ist vorbei, der Spargel auch…

Zum Saisonabschluss hab‘ ich mir heut nochmal ein kleines Abendessen aus Spirelli mit weißem Spargel an Zitronen-Butter Sauce gegönnt.

 

Herrlich leicht und schnell gemacht!

 

Zutaten:

4-6 weiße Spargelstangen (gekocht oder roh) in kleinen Stücken

1 Zitrone (Zesten und Saft)

1 großes Stück Butter (ca. 70 Gramm)

1 Eßl Zucker

1 Eßl Pflanzenöl

Salz & Pfeffer zum abschmecken

 

Gekochten oder rohen Weißspargel (vorher Schälen) in kleine Stücke schneiden und mit etwas Öl kurz anbraten und auf eine Wärmeplatte zur Seite stellen

Zesten und Saft 1 Zitrone mit etwas Zucker in einer Pfanne leicht einreduzieren lassen, etwas Pfeffer hinzugeben, mit einem großen Stück kalter Butter abbinden.

Gekochte Spirelli und Spargel hinzugeben, ein, zweimal durchschwenken, fertig!

 

 

Gelbes Hähnchencurry mit Weichseln und Sommergemüse-Reis

Gelbes Hähnchencurry mit WeichselnNachdem die Scaloppine a la Romana an Zitronensauce und Farfalle und das nachfolgende Café- Kardamomeis mit Zitronat gestern einfach zu lecker zum photographieren waren, gibt’s heut nen exklusiven  „Blick in den Experimentiertopf“:

Gelbes Hähnchencurry mit Weichseln (Sauerkirschen), Mandeln, Limonenzesten und grünem Pfeffer mit Sommergemüse-Pilz-Reis…wie’s schmeckt? Ich sag Bescheid sobald ich mit Essen fertig bin…

Von Gartenlust und Unwettermeldungen – oder – warum meine Pflanzen eine Loggia haben.

Mein persönliches Hantelgewicht ;-)

Mein persönliches Hantelgewicht 😉

Ha, wie kann es schön denn sein, in dem kleinen Gärtelein…Keine Angst ich hör schon wieder auf zu reimen…

Wie immer hat das gestrige Unwetter Bamberg, die legendäre Stadt der Säufertürme, Kirchturmspitzen und 60.000 Blitzableiter mal wieder verschont. Ich schiebs ja auf den Steigerwald, der wie der Name schon sagt, die Wolken einfach über die Stadt weglupft, aber meine Nachbarin ist der festen Überzeugung, dass es dem legendären Schleier der Heiligen Kunigunde zu verdanken ist, dass Bamberg kein Wetter kennt. Irgendwer knipst Ende Mai Lichtschalter und Heizung an und stellt sie Ende September wieder aus, und wer sollte das außer der heiligen Kaiserin schon anderes sein – Petrus ist in Rom beschäftigt und die Vierzehn Nothelfer sitzen faul in Vierzehnheiligen rum…bleibt also nur die Gute alte Kunni – Sie bzw. ihr schicker Kopfputz schützen vor amerikanischen Bomben, Stechmücken, griesgrämigen Ehemännern, UV-Strahlen und allem anderen, was einer „Dame von Welt“ besser nicht vor die Augen kommen sollte. Regen, Sturm, Blitzschlag, Hagel? No Problem, Kunni und ihr Schleier bekommen das hin!

Von reformatorischem Eifer getrieben hab ich als ungläubiger Protestant natürlich so meine Probleme mit dieser Art archaischen Denkmustern und deshalb in original altdeutsch-preußischem-Angst²-Modus beim allerkleinsten  Vorabzeichen einer dunklen Wolke am vorschriftsmäßig weiß-blau zu seienden Himmel meine sämtlichen Kübelplfanzen/Balkonkastenschönheiten inklusive mundgeblasener Pseudo-Muranoglaskugeln wieder einmal brav vor dem bösen Gevatter Hagel, oder dem Bruder Wind, oder der Schwester Fallender Ast, der Mutter Ziegel, der Tante Katzen, dem Cousin Vogel, der Großtante Blattlaus, dem Schwippschwager saure Milch und der angeheirateten Erbtante verdorbener Hefeteig und allen anderen bei Gewittern drohenden Unbill-Verwandten unter das wärmende Dach meiner Ex-Wäschetrockenraum-Loggia in Sicherheit gebracht.

Dem nicht genug, wurde – meiner erzkatholisch-eichstädtisch-leicht superstitiös angehauchten Großmutter selig sei dank – auch gleich noch flugs und präventiv auch noch eine geweihte schwarzlilane Wetterkerze aus Walddürn angezündet und ein schmerzhafter Rosenkranz (der mit dem durchbohrten Herzen Mariens) gebetet. Dabei fällt mir ein: Es lebe die stets vorbildliche Vorab-Terrorismus-Bekämpfung des bayerischen Innenministeriums und ihre Voralpenhagelfliegerstaffel! Die sind nicht von denen, sondern vom Landkreis? Egal, ich schick ihnen trotzdem mal ein Paket von den Dingern…funktioniert wirklich!…Ich hôn ja âa bloos gmaant Barrack Hussein…ehrlich!

Bodybuilding und Yoga inklusive!

Ach ja…man hat’s einfach schwer als stetig engagierter Kulturwissenschaftler, der sich immer bemüht die Binnenexotik des Moments voll auszukosten…(Sorry, aber diese Portion lamoyanter Selbstironie musste jetzt einfach sein…)

Nach einer unter den Schlägen des Fahnenseils am Eisernen Mast bitterbang durchwachten Mitsommernacht, ging’s dann noch vor dem Frühstück (sic!) wieder raus. Schließlich sollten die armen Petunien nicht zu Nachtschattengewächsen verkommen – sind sie eh schon? Na egal…Nach nur zehn Minuten (Neuer Rekord!) sah alles wieder aus wie vorher (Ordnung muss sein, dass sagen wir hier auch den Austauschtouristen!), und ich? Ich war trotz eintreffender Kaltfront noch vor dem Frühmessläuten der Karmeliter stolz  bätschnass geschwitzt und reif für die zweite Dusche zu sein! Warum ich davor überhaupt im Bad war, hat vermutlich mit den ewig verkannten Italienischen bzw. Englischen Erbanlagen (Die Gene…bin ich heut wirklich so einfallslos?) in mir zu tun, die sich grundsätzlich nur in Tropenhelm und weißem Leinenanzug zum morgendlichen Schneckenabsammeln trauen…

Am Himmel sehe ich schon wieder kleine Schäfchenwolken…

und wir als gute deutsche Kleingartenbesitzer –

wir wissen, ja wir wissen ja, wie schnell aus –

schnell aus einer kleinen, harmlos blökenden Cumulus humilis,

so ein alleszestörend, garstig, blödes Sch…-Ding namens Cumulonimbus (capillatus) incus wird!

Oder inetwa nicht…nicht wenn, wenn nicht, dann jetzt…

drumm jetzt, ja jetzt ganz schnell, hinaus, hinaus…

hinaus und raus ist nun Herr Biedermann im Kittelschürz,

und holt die armen Pflanzen in die Kammer-Loggia,

Die Wetterkerze an?

Ne…

Scheiße verdammt und zack Zement…

Ein Zündholz fällt, ein andres bricht…der blaue Himmel leuchtet wieder…

und Kunigund und Gott und Bruder Zephir…

Aphrodite…allen, allen Dank!

Ich lächle, danke Odysseus und Arte für die Inspiration (freie Adaptionen antiker Dramen mit homoerotischen Einlagen und kulleraugenrollenden Bösewichten sind so CineCitta!)…und Dank auch meiner Großmutter selig, die so wunderbar gutkatholischeichstädtischsuperstitiös veranlagt war und diesen guten deutschen Angstfluch an mich weitergab (Per Lourdesstatuette auf dem Volksempfänger!).

Drumm mein Motto für Heute:

Keine Wetterwarnmeldungen mehr, der angekündigte Tornado und die 5 Zentimeter großen Hagelkörner sind einfach nix für süddeutsche Kübelpflanzen- und Balkongartenbesitzer/Präventivangsjunkeys! Und um jetzt flugs auch noch die Kontinuitätsthesenfraktion unter uns zufriedenzustellen, laut meinen auto-ero-epischen Selbstethnographien ist:

Die interdependent-rekursive Inkompatibilität von Gewittern mit Hagelschauern und fremdländischem Balkongewächs mit allerhöchster Wahrscheinlichkeit kausal verantwortlich für das tief in der kollektiven Erinnerungskultur der Deutschen verwurzelte Unbehagen ihrer keltischen Vorfahren, dass der Himmel auf den frisch angepflanzten Salat fällt!

Buon Di und dass der Himmel dort bleibt, wo er hingehört!

Euer

Alexnikanor

PS: irgendwann schaff ich’s schon noch alle Kategorien in einem Artikel unterzubringen 😉

Sommer

Im Radio, ein Blick zum Bosporus verstellt durch grimmiges „Nachrichten aus Gerichenland“.

Der Mensch beschwert sich wellenweise – über Hitze, Volumenprozent/d 95% >Feuchtigkeit!

Ägypten ist im Winter – Vorsicht Rutschgefahr – doch auch ein Reiseziel; bei Nebelschwaden…

Der Deutsche Herbst zieht mit und schießt mit Blättern auf gelackte #Autodächer#

Im Frühjahr gibt es Heu und Schnupfen (Herr Biedermann hasst die Natur?)

Sommer

Sommer