Und jetzt erst recht…oder: Warum man gerade jetzt seine Badesachen packen und in Griechenland Urlaub machen sollte!

Hellas !

Als ich heute morgen meinen Facebook-Account öffnete, flimmerte mir als Erstes das geteilte Abbild eines auf einem Bankautomaten angebrachten „handgemachten“ Zettels entgegen. Auf diesem erklärte ein griechischer Gastronom seinen Gästen, dass sich auch nach den katastrophalen Meldungen des Wochenendes und trotz der sich immer mehr zuspitzenden Krise nichts, aber auch garnichts an der griechischen Gastfreundschaft ändern werde. Er und die anderen Einwohner der Insel würden auch in Zukunft alles tun, um trotz der immer schwieriger werdenden Lage den Aufenthalt ihrer Gäste so angenehm wie möglich zu machen. Gemeinsam könnten sie es schaffen, trotzdem und trotz allem…Welch Chutzbe!

Kurz darauf verkündete die sonore Stimme des Radionachrichtensprechers zum gefühlt tausendsten Mal, dass die Griechenlandkriese keinerlei Auswirkungen auf den Wohlstand und das Wirtschaftswachstum in Deutschland haben werde, nur um kurz darauf den stärksten Tageseinbruch des DAX in den letzten 3 Jahren zu verkünden und den baldigen Zusammenbruch des griechischen Bankensystems zu prognostizieren…No Panic we are Geramans and too big to fail!

Und ja, auch ich bin angesichts des G-Themas irgendwas zwischen erschüttert, entsetzt, nervös und gereizt. Das Ganze ist derart surreal, dass ich manchmal denke, ich bin im falschen Film. Da kann es dann schon mal vorkommen, dass ich einem befreundeten Historiker, den das Leben an eine der Eliteuniversitäten Englands verschlagen hatte, auf seine verwirrte Feststellung, dass er nicht so ganz nachvollziehen kann, weshalb der verordnete Volksentscheid als leuchtendes im Netz als Zeichen der Basisdemokratie gefeiert wird, schreibe dass man einen  Junkie nicht mit seiner Lieblingsdroge heilen könne…Mir ist erst danach aufgefallen, dass ich offen ließ, ob ich damit Geld oder Demokratie meinte, und auch offen ließ, ob damit die Institutionen oder Griechenland gemeint war.

Und was nun? Wie geht es weiter? Der Administrator eines griechisch-australischen Ethnospaces forderte die Leser seines öffentlichen Facebookaccounts heute auf, trotzdem und gerade wegen der Krise nach Griechenland zu fahren, Urlaub zu machen,  zu konsumieren und damit ihren „Verwandten in der Heimat“ aktiv beim Überleben zu helfen.

Vielleicht der sinnvollste Rat, den ich heute zwischen all den ungefragten Expertenmeinungen und Katastrophenszenarien gelesen habe. Allerdings ein Rat, der Mut erfordert. Mut in ein Land zu fahren, in dem gerade eben nicht alles perfekt funktioneren könnte. Mut, auch mal vor einem Bankautomaten zu stehen, bei dem das Geld gerade „aus“ ist. Mut sich – trotz allem – auf  die Freundlichkeit, Herzlichkeit und Gastfreundschaft der Griechen zu verlassen. Mut nicht zu wissen, ob dass mit dem Abflugdatum oder der Fähre wirklich klappen wird. Mut die eigene Komfortzone zu verlassen und Mut die eigenen Vorurteile, Ängste und Zweifel an der Realität abzuarbeiten…

Viel verlangt ist das nicht, schließlich leben die meisten Griechen seit etlichen Jahren mit sehr viel größeren Problemen.
Giassas!

 

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Tageshaiku 49_Ginseng und Fledermausblut

Zum Espresso zwei Ginsengtabletten.
Auf dem Löffel Neuseeländischer Honig.
Ob Fledermausblut und Drachenzähne d/noch wirken?