Früh-Jahr alias Spring!

Buschwindrößchen!

Buschwindrößchen!

Spatzen, die trotz türkischem Twitterverbot ihr Zwitschern zwecks Paaranbindung unbeeindruckt fortsetzen; Krähende Hähne, die schon morgends um 4 mutig der städtischen Ruhezeitenverordnung trotzen;  Jubilierende Amseln, deren Haupt-Lebenszweck die totalderbleckung des Nachbarskaters zu sein scheint…

Es ist Frühling, zarte Buschwindrößchenblüten schwanken heiter im Wind, klebrige Phallusknospen lauern an Kastanienbäumen und auf dem dreibeinigen Cafeehaustischchen steht passend zur Annektion der Krim die erste Russenhalbe!

Wären da nicht fleißige Nachbarn, die beim ersten Sonnenstrahl zum fröhlichen Frühlingssynchronsägen blasen, die dunkel dräuende Gefahr einer Schlechtwetterfront aus Nord-Nord-West würde mich nur perifer in meinen Überlegungen zum wissenschaftlichen Langzeitprojekt tangieren – kurz, es ist Frühjahr und das Leben ist einigermaßen perfekt…
(gerade habe ich über einen Doktoranden gelesen, der seit bald 50 Jahren promoviert, der war „zwischendurch“ aber auch noch Allgemeinmedizinier)

Á propos Medizin: Unsere Frühlingsgefühle werden trotz Mafiasonnenbrille nicht von frischerblühten Veilchenteppichen, sondern vom dazwischen verrottetenden Gras ausgelößt (Methylenschock ;-), fast wie damals beim Orakel von Delphi), aber was solls, Gefühle fragen ohnehin nicht nach dem woher und wohin, was gelegentliche Messaliancen erfolgreich und jedes Jahr auf’s neue bestätigen.

und ich frage mich, ob ich nicht im vorletzten Jahr, den gleichen Stuss zum gleichen Thema fabuliert habe – vermutlich schon, und das ist gut so, denn (frisch erfundene) Traditionen, oder wie es meine akademisch verbildeten amerikanischen Freunde ausdrücken „Roots & Heritage“ (kurz: HR) halten im potmodernen Kontinuum der Zweiten Moderne schließlich Welt & Seele zusammen!

Was wäre aus uns global dislozierten Maybes denn schon ohne das noch aus herrlichen Jungmädelzeiten stammende Eintopfrezept unserer Großmütter geworden? – Erbsen, Kartoffeln, Karotten, Nudeln und Leberkäs – bodenständig deutsch eben! Welches narzistische Wrack (alias Businessperson / Veganischer Gutmensch)  wären wir heute, ohne die weisen Ermahnungen des Grundschulreligionspädagogen, der uns dereinst in weihevollem Ernst schon in der Ersten Klasse darauf hinwies das „Mildtätigkeit der Anfang aller Liederlichkeit sei, und die Armen eh allesamt in die Hölle kämen, weil sie von GOTT verworfen worden seien?“ – gut, der Mann war prädestinativer Pietist (nicht zu verwechseln mit pädophilen Creationisten!), aber ganz unwahr ist die Sache ja nicht, und gelernt haben wir dabei immerhin auch was:

Nicht jede lächelnden Blondine, die nach Einbruch der Dunkelheit in Sanitäteruniform an der Tür um mildtätige Gaben bettelt ist eine angenehme Überraschung! – die heiligen Drei Könige langen vollauf!

Zurück zum Frühjahr! Ich habe Schneckenkorn gestreut und dem Wasserhahnen im Hof einen Messingschlauchanschluss verpasst! Vorbereitung ist alles – schließlich wollen wir das Gartenjahr nicht mit nagender „german angst“ vor Nacktschnecken und unvermittelt abbrechenden Plastikdruckventilen beginnen! Die gleiche „german angst“ trieb mich vermutlich auch dazu, kurz nach Aschermittwoch meinen begrünten Pseudo-Garten-Innenhof in einen handbemaltem plastikostereibewehrtem Frühlingstraum samt Osterbrunnen, Osterstrauch und Osterhecke umzudekorieren – Es wär ja schad drum, das ganze Zeug zu haben und es dann nicht maximalsemantisch-mehrwertschaffend einzusetzen. Ein Frühlingspräventivrundumschlag sozusagen, und außerdem: der Nachbar macht’s auch! – ich mein das Ostereiergehänge. Schneckenkorn braucht er nicht, sie haben Laufenten. Und überhaupt: was kann ich dafür, das Ostern dieses Jahr so spät ausfällt?

Fehlt nur noch der Frühjahrsputz – also der drinnen – nicht der draußen, schließlich haben wir wie jedes ordentliche Haus ‚Kerwoch‘! Vermutlich verschieb ich den aber auf Sommer, irgendwas muss man ja bei 30 Grad im Schatten machen.

Schönes Frühjahr noch,

ALexnikanor

Sommer

Im Radio, ein Blick zum Bosporus verstellt durch grimmiges „Nachrichten aus Gerichenland“.

Der Mensch beschwert sich wellenweise – über Hitze, Volumenprozent/d 95% >Feuchtigkeit!

Ägypten ist im Winter – Vorsicht Rutschgefahr – doch auch ein Reiseziel; bei Nebelschwaden…

Der Deutsche Herbst zieht mit und schießt mit Blättern auf gelackte #Autodächer#

Im Frühjahr gibt es Heu und Schnupfen (Herr Biedermann hasst die Natur?)

Sommer

Sommer

Kiefernzapfen gegen Amseln…

Anti-Amsel Kiefernzapfen im Blumenbeet

Zugegeben, der heutige Titel klingt etwas gewalttätig, aber ich war auch ernsthaft sauer…

Warum?

Nun, fangen wir am Anfang an:

Frühlingsluft liegt in der Luft, als ökologisch bewegter Man(n) wuchtet man wie in jedem Jahr gefühlte Tonnen von Blumenerde im viel zu kleinen Fahradkorb durch die Gegend (Es lebe die CO²-Billanz!), wird dabei gleich noch zur Belohnung von einem Gewitter überrascht (nein ich bin keine Pflanze, und ich brauche auch keinen Frühlingsregen, aber danke!), gab Unsinnig viel Geld für die neueste schwarz gelbe Petunienvariante aus, holt die mundgeblasenen Glaskugeln aus dem Keller (zerbricht dabei natürlich promt eine, aber ohne so ein gelegentliches Malheur wäre die ganze Gartensache ja nur halb so spaßig!), überlegt ob man vielleicht wegen des wundrsamen nächtlichen Leuchteffekts halber doch noch die rosanen gegen weiße Geranien austauschen sollte, harkt und jätet und putzt und freut sich nach getaner Arbeit über den sprießenden Schnittlauch, die (noch) blattlausfreien Salatpflänzchen und die niedlichen hellblauen Blüten des Immergrüns…

Und dann?

Dann kommt so ein saublödes rabenschwarzes Amselmistviech daher und meint, es müsse ausgerechnet im sauber zurechtgezupften Blumenkasten nach dort garantiert nichtvorhanden Regenwürmern suchen! Natürlich folgt das Tierchen nur seinem natürlichen Instinkt…aber muss es dabei wirklich die ganze geradeeben erst mühsam auf Vordermann gebrachte Gartenpracht in ein südostbengalisches Matschschlachtfeld kurz nach dem letzten Jahrhundert-Zyklon verwandeln?…Offensichtlich ja, und Aufräumen bringt nichts, Frau Amsel hat nunmal ganz genaue Vorstellungen wie so ein umgepflügter Garten am besten auszusehen hat…

Was nun?

Eigentlich würde man die renitenten und nicht besonders intelligenten Viecher ja am liebsten einfangen und auf nimmer wiedersehen im Tierheim abgeben…dummerweise lassen sich Amseln verdammt schlecht in Pappkartons sperren, und außerdem bin ich mir nicht so ganz sicher, ob die Sache legal wäre…

Aber weiterhin dulden dass die Turdus merula, der lebende Bulldoser unter den Vögeln alles umwühlt?

Eher nicht!

Also umgesehen, und nachgedacht.

…Netze, Leimruten, Schreckschussanlagen, der Nachbarskater…alles denn doch etwas matrialisch, und außerdem:

Ganz verscheuchen will man die emsigen Viecher ja  denn auch nicht, immerhin sind sie an anderem Ort im Garten beim Raupenbeseitigen ganz nützlich und zumindest Herr Amsel verfügt über ein nicht zu unterschätzendes Sangestalent, dass sich an lauen Sommerabenden doch ganz gut zu gebratenen Oberginen und Rosé-Wein macht…

Nach mehreren gescheiterten Versuchen mit Alufolienstreifen, einer Ersatzfutterstelle und einer kleinen Vogelscheuche, kam die Lösung dann wie immer aus einer dieser Ecken mit denen man am allerwenigsten rechnet:

Beim Auspacken des Grills!

Nein, ich hab Familie Schwarzdrossel nicht als Amusegeul verspeißt, obwohl sich in meinen noch garnicht so alten Kochbüchern bei gelegentlichem Nachstöbern tatsächlich recht interessante Rezepte fanden.

Die Lösung lag denn auch eher neben dem Grill: Ein riesen Haufen alter Kiefernzapfen, die ich vorletzten Herbst mit der Absicht sie als gesunde Altzernative zu Mineralölgrillanzündern zu verwenden eingesammelt, aber nicht aufgebraucht hatte.

Eher unabsichtig verteilte ich nahm ich einige auf die frisch bepflanzten Blumenkästen um sie aus dem weg zu haben. Und siehe da: schon kamen Herr und Frau Amsel trotz aller Mühe nicht mehr ans Erdreich (die Kiefernzapfen sind schlichtweg zu sperrig und schwer, als das Amsel sie ohne weiteres durch die Gegend wuchten kann, außerdem „bewegen“ sich die Dinger wenn sie nass werden, was insbesondere bei Frau Schwarzdrossel für erhebliche zusätzliche Verwirrung sorgte. )

Kurz, es wirkt, sieht einigermaßen hübsch aus, Ich kann meine schwarzgefiederten Raupenkiller mit Starsängerallüren behalten und auch die Pflanzen können weiter ungestört wachsen (Dafür sind die Kierfernzapfen nämlich leicht genug!) Und das Beste: Wenn dann in ein paar Tagen alles ordentlich angewachsen ist und der Boden sich soweit verfestigt hat, dass Herr und Frau Amsel kein Regenwurmbergwerk mehr in ihn hacken können, kann man die getrockneten Zapfen als den perfekten Grillanzünder recyceln!

Besser geht’s nicht, oder?!