Adventskalender 2014 – 4. Türchen – Knospen zu Barbara oder wie ich totsicher die Lottozahlen voraussage ;-) (Aus dem Archiv)

Barbarazweige

Vermutlich fragen sich nicht nur Kulturwissenschaftler wie ich, wie es die Leut früher fertig gebracht haben, all die Weihnachtsbräuche in ihrem Blackberry unterzubringen?

Nicht nur, dass man ab Ende August voll mit Lebkuchen- und Plätzchenbacken ausgelastet war, nein, es mussten auch noch Martinslaternen gebastelt, Cäcilien-Oden und Bachkantaten geprobt, das Krippenspiel einstudiert, der Nikolausstrumpf genäht, die Stutenkerle gebacken, das Stroh zu Gold gesponnen, Krippenfiguren geschnitzt und Weinachtsgeschenke für sämtliche Freunde, Bekannte, Nachbarn, Patentanten und sonstige Anvewandte und Respektspersonen bis zum 8. Verwandtschaftsgrad gebastelt werden. (Vom nachweihnachtlichen Schrecken des „Christbaumlobens“ will ich hier garnicht erst anfangen).

Trotzdem hatte man irgenwie immer noch genug Zeit um pünktlich am 4. Dezember in den Garten/Wald/zum Gärtner zu gehen um sich einen Bund Forsythien-/Kirsch-/Kastanien/Apfel- etc. Zweige zu holen und sie voller Spannung als Barbarazweige in eine Vase zu stellen. Meistens wurde das dann auch gleich mit der leidigen Pflicht verbunden, 10 Kilo frisches Moos und diverseste Baumschwämme für die Ausgestaltung der diversen Weihnachtskrippen zu besorgen.

Die ganz eifrigen badeten die knospenden Zweige vorher noch in lauwarmem Wasser damit sie auch garantiert ihre zauberkräftigen Orakeleigenschaften entfalteten. Barbarazweige waren für alles vom zukünftigen Ehemann/-frau, die Gestalt der Ehe, des nächsten Jahres, der bevorstehenden Abiprüfung, der Ernte, Vorraussage von Aktienkursen, dem Ablauf von Bauarbeiten oder der Anzahl der Kinder (glücklich/viel=reichblühend, weniger/mäßig glücklich=weniger blühend, katastrophal/Totalverlust und schlimmer=nicht blühend) gut. Wenn man wollte konnte man sogar die Lottozahlen damit weissagen (wie das ging hab ich leider nie richtig gelernt).

Kurz, als eine der 3 Starken Maderln (die anderen zwei sind Katharina mit dem Rad und Magdalena mit dem Wurm) war Barbara (die hat einen Turm) gut für alles und jeden. Wenn man dann auch noch an Lucien den Adonisweizen (erzähl ich dann) aussähte konnte absolut nix mehr schiefgehen!

Falls ihr also vorhabt, im nächsten Jahr zu heiraten, ein Haus zu Bauen, drei Tonnen Äpfel zu ernten, Pferdewetten abzuschließen oder einfach nur einen Tip für den Nächsten Euro-Jackpot braucht, Barbarazweige sind das absolut richtige dafür!

Einmachzeit!

Sommer im GlasEs regnet in Bindfäden.

Im Überfluss Whiskey – der Gute –  ist wieder um 20 EuroCent glasweise teurer!

Rechts am vernächtlichten Fluss, nur die Reste der Griller.

Die Besitzer verschwunden und mit ihnen auch die, die nackt baden.

Geflohen sind sie jammerfeige hinauf ins Gewärme der Ganzjahreseisdielenbuntgarnitur.

Nur Sommermonds haben es wieder vergessen beim Schankbierschluss Licht aus Laterne zutun.

Und Nebelschnee wabert bei Birken. Das Radio sagt – auf dem Weg in die Stadt – dass um Peter und Paul auch dem Roggen und Weizen die Füße abfaul’n.

Ich lächle mit Eisbärengrimm, und ich liege im Bett und ich träume: von Mitsommerfeuern und Glühmet!

Als es morgens noch immer wie abends, schalt ich in Murmeltiermodus und mummle mich zitternd ein.

Und am Mittag im immer noch fallenden Regen sammle ich all die gewordenen Blüten und ertränk‘ sie in Zucker.

22 blassgelb geschämte Gläser Gelée, dazu 5 3/16 Flaschen froschlaichgrün glitzernder Sirup.

Im Juni das Wetter November soll üben! Das was ich vom veruntreuten Sommer begehre ist eingemacht!

…und für alle, denen’s gerade ähnlich geht, hier das Rezept:

Regen

Rosen- (duftende, am besten Damaszener, englische und ein paar Essigrosen tun’s aber auch, nur ausgemachte Masochisten wählen die Hundsrose!) und Hollunderblüten, soviel man eben bekommen kann, mindestens aber je 1 großer Topf voll, weil die Mühe sich sonst nicht lohnt.

Unmengen Zucker (Für die Rosen Gelierzucker, für den Holunder normaler, brauner verdirbt den Geschmack!)

Zitronen (viele!)

Rosengelée:

Den größten Topf den man hat bis zum Rand mit ungespritzten, stark duftende Rosenblüten (wer hat Damaszenerrosen, es gehen aber auch alle anderen Rosenarten, vorrausgesetzt sie duften) füllen, eventuell vorhandene Tierchen und Grün vorher aussortieren. (nicht weil sich das optisch nicht nett macht…aber Fleischeinlagen in Marmelade sind nicht jedermanns Sache und Grünzeug hat bei Kochen die ärgerliche Tendenz leicht bitter zu werden.)

Je nach Anweisung Gelierzucker und Wasser hinzugeben allerdings ca. 15% mehr Zucker als angegeben (Rosengelée geliert da Rosenblüten kaum Pektin enthalten ziemlich schlecht, also lieber mehr, als weniger!).

Je nach Geschmack (wer’s sehr süß mag, kann’s auch weglassen, allerdings heißt das noch mehr Zucker, weil die Säure neben der Frische auch das Gelieren fördert) Zitronensaft und kleingeschnittene Zitronenzeste zugeben (auf 1 l ca. 2 Zitronen).

Ganz langsam aufkochen lasen und dabei immer mal wieder durchrühren, damit nichts anbrennt.

Nur sehr kurz aufkochen lassen!

Etwas Gelée auf einen vorgekühlten Teller geben und damit Gelierprobe machen, wenn’s geliert, alles vorsichtig (Verbrennungsgefahr!) mit einem feinen Sieb abseien und in Marmelade oder Einmachgläser abfüllen.

Spar-Tip:

Am besten man sammelt für’s einmachen alle über’s Jahr anfallenden Einmachgläser mit Schraubverschlüssen (diese Eignen sich durchaus auch für Gemüse, Kompott’s u.ä. und machen weitaus weniger Arbeit als Weck-Gläser). Damit nichts schimmelt oder seltsam schmeckt muss man diese Gläser (und die Deckel!) aber sehr sorgsam reinigen. Am besten geht das in der Geschirrspülmaschine (Achtung: Papierettiketten vorher entfernen, da andernfalls Maschine verstoppft! Gläser und Deckel nach dem Spülen nochmals von Hand mit heißem Wasser ausspülen um eventuell vorhandene Spülmittelreste zu entfernen. Sauber, trocken und kühl lagern! Ggf. kurz vor dem Abfüllen des Inhalts nochmals mit heißem Wasser ausspülen).

Im Handel angebotene spezielle Marmeladengläser sind recht teuer, und vom Prinzip her auch nix anderes als die Dinger, die man eh im Supermarkt bekommt…

Holunderblütensirup:

Sirup geht im Prinzip gleich, nur dass man den Gelierzucker mit normalem Zucker und die Rosenblüten durch Holunderdolden (die Blüten sollten möglichst ganz frisch geöffnet sein) ersetzt (auf 1 l Wasser etwa 1,2-1,5 kg Zucker).

Verzehr-Tip:

Mit etwas Prosecco, einem Schuss Soda, einer Limettenscheibe und zwei Minzblättern wird aus dem Sirup flugs der „Cult-Drink“ „Hugo“ (besonders schön sieht der aus, wenn ihr ihm einen Limetten Zucker-Rand gönnt und ein zwei Johannis- und Heidelbeeren die dann auf und abkullern ins Glas gebt)

Rosengelée MUSS auf echten Buttercroisants oder Scones oder weichen Madelaines mit vieeeeeel Süßrahmbutter oder Clotted Cream gegessen werden. Sauerteig-, Schwarz- oder Vollkornbrot geht garnicht! (man kann’s aber auch pur essen…und wenn ihr kein Gelèe sondern Sirup mögt, einfach den Gelierzucker durch normalen ersetzen und etwas mehr Zucker als Wasser nehmen)

Viel Spaß beim verregneten Nachkochen.

Spring in short…

Heute noch nicht gebloggt, und gestern auch nicht?…In meine blaue Küchenschürze gehüllt fühle ich mich gerade wie das sprichwörtliche „Fleißige Lieschen“ (nicht die Blume, sondern die Dienstmagd) und frage mich, weshalb das Wort „abgschafft“ im Schwäbischen nahezu ausschließlich eine – ehrenvolle! – weibliche Zustandsbezeichnung darstellt.

Kurz, ich crossmedie (falls es das Wort noch nicht gibt, hab ich’s grad erfunden) und pack für Euch eine kleine Bildergalerie der letzten paar Wochen (mal sehen ob das jetzt so klappt, wie ich mir denk, falls nicht kommt’s in die Rubrik Mensch&Technik) 😉

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Wysteria

Wysteria

Wind&Wetter

Wind&Wetter

Wenn das nicht hilft...

Wenn das nicht hilft…

Weißen haben wir übrigens auch!

Weißen haben wir übrigens auch!

Vom Hannukabusch zum Eierbaum

Vom Hannukabusch zum Eierbaum

Überreste

Überreste

Pusteblumenwiese

Pusteblumenwiese

Balkonblumen

Balkonblumen

Der Osterhase war da!

Der Osterhase war da!

es grünt...

es grünt…

Fundstücke

Fundstücke

Kunst 1

Kunst 1

Kunst 2

Kunst 2

Meine Kräuter, meine Blumen, mein Teich ;-)

Meine Kräuter, meine Blumen, mein Teich 😉

Apfelweib

Apfelweib

...mit viel Liebe gemacht...

…mit viel Liebe gemacht…

Märzenbechertal

Märzenbechertal

bitter-sweet paradise

bitter-sweet paradise

Maikäfer

Maikäfer

Schinkennudeln

Schinkennudeln

Frühling in blau

Frühling in blau

Frühling in Apfel

Frühling in Apfel

black tulip

black tulip

Hanami

Hanami

PS: ha, es hat geklappt, meine erste Blog-Slideshow, Stolz!

PPS: Nein, das doppelgemoppel ist Absicht (Kleines Extra für die Kurzsichtigen, Slideshowhasser und Großbildliebhaber! ;-))