Adventskalener 2014 – 7. Türchen – Von russischen Mütterchen und warum ihr Ineinanderpassen immer auch ein Qualitätsmerkmal ist…

Klassische Matrijoschka

Klassische Matrijoschka

Es dürfte kaum ein Wohnzimmer, einen Kellerschrank oder einen Dachboden geben, wo sie heute nicht mehr zu finden sind, die kleinen, rundlichen, stets fröhlich dreinblickenden Matrioschkas. Die in Deutschland auch unter dem liebevollen Pseudonym „Babutschkas“ (Omachen) bekannten Holzpuppen gelten dabei im Westen geradezu als Inbegriff und Metapher russischer Kultur und der großen „russischen Seele“, aber auch ihrer Abgründe und Undurchschaubarkeit.

Es mag daher die meisten überraschen, dass die zumeist aus Linden oder Birken- seltener auch aus Nadelbaumholz gefertigten, bunt bemalten und ineinander schachtelbaren Puppen erst auf eine gerade einmal etwas mehr als 120-jährige Geschichte zurückblicken können.

Die ersten Matrioschkas wurden um 1890 gemeinsam vom Holzschnitzer und Drechsler Wassili Swjosditschkin und Maler Sergei Maljutin nach dem Vorbild japanischer Fukurokuju-Puppen gefertigt und hatten die typische stark farbige (oft rote, das alt-russische Adjektiv „красный“ (krasny) bedeuteteursprünglich sowohl „rot“ als auch „schön“) und reich bestickten Kleidung russischer Bäuerinnen, den Sarafan, zum Vorbild.

Rasch erlangten die kleinen und leicht zu transportierenden Puppen große Beliebtheit als Souvenir. Auch wurden ihnen bald nach ihrer Erfindung in ihrem Heimatland talismanische und fruchtbarkeitsfördernde Eigenschaften zugeschrieben. Hierbei wurde die äußerste Figur als Mutter, die kleineren Figuren als – gewünschte – Kinderschar interpretiert. Daneben etablierten sich bereits früh männliche Varianten, welchen die „männlichen“ Eigenschaften Wehrhaftigkeit, Fleiß und Kriegerische Tugenden zugeschrieben wurden. Im Deutschland hingegen gelten sie zumeist als nettes Souvenir und werden dort häufig auch und gerade zur Weihnachtszeit gemeinsam mit Nussknacker und anderen Produkten aus dem Erzgebirge als Weihnachtsdekoration aufgestellt – nicht zuletzt ein inzwischen gesamtdeutsch gewordenes Erbe aus der ehemaligen DDR, in der die Matrijoschkas aufgrund der engen Kontakte zur UDSSR und zu sowjetischen Besatzungssoldaten, die diese gerne als Geschenke an die Ostdeutsche Bevölkerung verschenkten besonders weit verbreitet waren.

Wie beliebt die kleinen Puppen auch außerhalb Russlands wurden zeigt sich an den zahlreichen, teils irrtümlichen Ableitungen und Bezeichnungen in unterschiedlichsten Landessprachen. Ging der Name Matrjoschka ursprünglich auf den häufigen russischen Vornamen weiblichen Namen „Matrjona“ (abgeleitet aus dem lateinischen matrona) zurück, kam es aufgrund der den Figuren zugeschriebenen Eigenschaften der Fruchtbarkeit und Mütterlichkeit schnell zu „Neu-„ und „Uminterpretationen“. So bürgerte sich im deutschsprachigen Raum die Bezeichnung Babuschka oder Babutschka (von russisch „Oma“ oder „Großmütterchen“) ein. In den Gebieten der ehemaligen Habsburgermonarchie bürgerte sich hingegen der Name „Piroschka“ (von ungarisch: piros, bzw. piroska = rot bzw. kleine Rote, häufiger Frauenname, zugleich die ungarische Bezeichnung für Rotkäppchen) ein. Auch die von der russischen Bezeichnungen „Mütterchen“ abgeleitete Bezeichnung „Mammutschka“ ist v.a. im deutschsprachigen Raum üblich.

Mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion erweiterte sich in den 1990er Jahren das Formenrepertoire der Matrjoschkas deutlich. Neben die traditionellen Formen traten satirische Darstellungen von Politikern, (v.a. Lenin, Stalin, Krustschov, Gorbatschow, Jeltzin und Putin), Zaren und Heiligen, häufig als „historische Ahnenreihe“.  Auch etablieren sich in letzter Zeit zunehmend „anlassbezogene“ Matrijoschkas, oder solche, die Motive aus Märchen und beliebten Zeichentrickserien oder Werbemotive aufnehmen. So stehen Weihnachtsmannmatrioschkas neben Stalin, klassische russische Mütterchen neben Pinups, Heilige neben Disneyfiguren.

Die wichtigsten Herstellungsregionen der Matrjoschkas liegen heute um Nischni Nowgorod, Moskau und Kirow. Wurden ursprünglich lediglich 3-, 5-, 7- und 10-teilige Figuren erzeugt, sind heute auch 13-, 15- und 20-teiliger (und noch größere) Figuren üblich. Da die Figuren meist von Innen nach Außen hergestellt werden, ist die Ähnlichkeit der Figuren und deren gutes Ineinanderpassen ein wesentliches Qualitätsmerkmal.

Kiefernzapfen gegen Amseln…

Anti-Amsel Kiefernzapfen im Blumenbeet

Zugegeben, der heutige Titel klingt etwas gewalttätig, aber ich war auch ernsthaft sauer…

Warum?

Nun, fangen wir am Anfang an:

Frühlingsluft liegt in der Luft, als ökologisch bewegter Man(n) wuchtet man wie in jedem Jahr gefühlte Tonnen von Blumenerde im viel zu kleinen Fahradkorb durch die Gegend (Es lebe die CO²-Billanz!), wird dabei gleich noch zur Belohnung von einem Gewitter überrascht (nein ich bin keine Pflanze, und ich brauche auch keinen Frühlingsregen, aber danke!), gab Unsinnig viel Geld für die neueste schwarz gelbe Petunienvariante aus, holt die mundgeblasenen Glaskugeln aus dem Keller (zerbricht dabei natürlich promt eine, aber ohne so ein gelegentliches Malheur wäre die ganze Gartensache ja nur halb so spaßig!), überlegt ob man vielleicht wegen des wundrsamen nächtlichen Leuchteffekts halber doch noch die rosanen gegen weiße Geranien austauschen sollte, harkt und jätet und putzt und freut sich nach getaner Arbeit über den sprießenden Schnittlauch, die (noch) blattlausfreien Salatpflänzchen und die niedlichen hellblauen Blüten des Immergrüns…

Und dann?

Dann kommt so ein saublödes rabenschwarzes Amselmistviech daher und meint, es müsse ausgerechnet im sauber zurechtgezupften Blumenkasten nach dort garantiert nichtvorhanden Regenwürmern suchen! Natürlich folgt das Tierchen nur seinem natürlichen Instinkt…aber muss es dabei wirklich die ganze geradeeben erst mühsam auf Vordermann gebrachte Gartenpracht in ein südostbengalisches Matschschlachtfeld kurz nach dem letzten Jahrhundert-Zyklon verwandeln?…Offensichtlich ja, und Aufräumen bringt nichts, Frau Amsel hat nunmal ganz genaue Vorstellungen wie so ein umgepflügter Garten am besten auszusehen hat…

Was nun?

Eigentlich würde man die renitenten und nicht besonders intelligenten Viecher ja am liebsten einfangen und auf nimmer wiedersehen im Tierheim abgeben…dummerweise lassen sich Amseln verdammt schlecht in Pappkartons sperren, und außerdem bin ich mir nicht so ganz sicher, ob die Sache legal wäre…

Aber weiterhin dulden dass die Turdus merula, der lebende Bulldoser unter den Vögeln alles umwühlt?

Eher nicht!

Also umgesehen, und nachgedacht.

…Netze, Leimruten, Schreckschussanlagen, der Nachbarskater…alles denn doch etwas matrialisch, und außerdem:

Ganz verscheuchen will man die emsigen Viecher ja  denn auch nicht, immerhin sind sie an anderem Ort im Garten beim Raupenbeseitigen ganz nützlich und zumindest Herr Amsel verfügt über ein nicht zu unterschätzendes Sangestalent, dass sich an lauen Sommerabenden doch ganz gut zu gebratenen Oberginen und Rosé-Wein macht…

Nach mehreren gescheiterten Versuchen mit Alufolienstreifen, einer Ersatzfutterstelle und einer kleinen Vogelscheuche, kam die Lösung dann wie immer aus einer dieser Ecken mit denen man am allerwenigsten rechnet:

Beim Auspacken des Grills!

Nein, ich hab Familie Schwarzdrossel nicht als Amusegeul verspeißt, obwohl sich in meinen noch garnicht so alten Kochbüchern bei gelegentlichem Nachstöbern tatsächlich recht interessante Rezepte fanden.

Die Lösung lag denn auch eher neben dem Grill: Ein riesen Haufen alter Kiefernzapfen, die ich vorletzten Herbst mit der Absicht sie als gesunde Altzernative zu Mineralölgrillanzündern zu verwenden eingesammelt, aber nicht aufgebraucht hatte.

Eher unabsichtig verteilte ich nahm ich einige auf die frisch bepflanzten Blumenkästen um sie aus dem weg zu haben. Und siehe da: schon kamen Herr und Frau Amsel trotz aller Mühe nicht mehr ans Erdreich (die Kiefernzapfen sind schlichtweg zu sperrig und schwer, als das Amsel sie ohne weiteres durch die Gegend wuchten kann, außerdem „bewegen“ sich die Dinger wenn sie nass werden, was insbesondere bei Frau Schwarzdrossel für erhebliche zusätzliche Verwirrung sorgte. )

Kurz, es wirkt, sieht einigermaßen hübsch aus, Ich kann meine schwarzgefiederten Raupenkiller mit Starsängerallüren behalten und auch die Pflanzen können weiter ungestört wachsen (Dafür sind die Kierfernzapfen nämlich leicht genug!) Und das Beste: Wenn dann in ein paar Tagen alles ordentlich angewachsen ist und der Boden sich soweit verfestigt hat, dass Herr und Frau Amsel kein Regenwurmbergwerk mehr in ihn hacken können, kann man die getrockneten Zapfen als den perfekten Grillanzünder recyceln!

Besser geht’s nicht, oder?!

Achtung Dekowahn !!!

Türdeko Advent 2012

Kaum der „Hauptstadt des Nebelreichs“ entkommen hat mich die Spätnovembergsonne gestochen. Was liegt da näher als sich zwei Meter fünfzig Gartendraht, ein paar Nordmanntannenzweige, bunte Plastikweihnachtskugeln und extraweihnachtliches drahtverstärktes Geschenkband zu verschaffen und ungehemmt dem  kreisrunden Adventsdekowahn zu verfallen. Man könnt auch einfach sagen mein schwäbischer Arbeitswahn ist mal wieder mit mir durchgegangen…Fürchterlich diese freien Wochenenden 😉