Betrachteter Alltag_Von Hipstern

2015-03-30_191106Die Berliner hassen sie, auch die Venezianer, jedenfalls die eher unterschichtsgeprägten und linksstehenden – und davon gibt es in beiden Städten jede Menge. Sie hassen sie – abgrundtief und aus tiefstem Herzen: die jungen, schicken, reichen, stylischen, nie um einen flotten Spruch oder eine modische Doppelnamenkombination für ihren bereits im Säuglingsalter zum Fashionvictim gertimmten Nachwuchs verlegenen HIPSTER!

Als geistig gelegentlich zurückgebliebenem Stubenhocker ist mir dieses Phänomen lange Zeit nicht unbedingt „prioritär aufgefallen“ – Ich hatte genug mit Metro- und Spornosexuellen und Emos zu tun…Vielleicht liegt es auch daran, dass ich berufsbedingt zumeist in der fränkischen Provinz vor mich hinversauere und hier einfach alles etwas länger dauert bis es ankommt…Inzwischen habe auch ich kapiert, dass es sich bei der Gattung HIPSTER ORDINARIUS, nicht etwa um jene den 30er Jahren entsprungenen afroamerikanischen Charlston-Tänzer handelt, wie sie Ruthies Grosmutter in der Bill Cosby Show beschreibt, nein es sind moderne Hybride aus Pippi Langstrumpf, dem Württembergischen Herzog Eberhard im Baarte, Madame Pompadour und Andy Warhol – gut zu erkennen an den typischen Used-Look-Designklamotten, Vollbärten, Hornbrillen und seltsam in die Höhe gekämmten Hahnenschopffrisuren. Die weiblichen Exemplare der Gattung zeichnen sich darüber hinaus durch extremen Veganismus, Konzeptkindererziehung und einer seltsamen Vorliebe für mit laktosefeier Sojamilch zubereitete Latte Machiato aus.

Die natürliche Umwelt des Hipsters besteht aus Creative Workshops, Startups, Chillout Lounges und improvisierten Skater- und Parkourbahnen, dazu kommen noch einige Lokale und Cafees – bevorzugt in möglichst heruntergekommen aussehenden ehemaligen Fabriketagen – deren Einrichtung zwar ganze Horden von Innenarchitekten über Monate hinaus beschäftigt hat, die aber allesamt aussehen, als hätte jemand den Sperrmüll einer Vorstadtsiedlung der 70er Jahre geplündert und alles kunterbunt und ohne jeden Sinn in der Gegend verstreut. Neben der windschiefen Stehlampe mit extraverblasstem Lampenschirm und dem bewusst aufgeschlitzten Chippendale-Sofa finden sich darin auch so seltsame Dinge wie ein Retro-Flipper, Ein abgegriffenes und schon etwas Ramponiertes Tischfußballspiel und – gaanz wichtig – eine improvisierte Nintendo-Spielkonsole mit Supermarioinhalt! Dass der obligate Kronleuchter meist aus Plastik besteht ist stylish und nicht auf mangelnde Finazielle Möglichkeiten zurückzuführen. Eigentlich macht nur die überdimmensionale Gemüsebar – gerne auch zum Eigenanbauexperiment á la „urban gardening“ erweitert – und die beinahe unüberschaubare Auswahl an Weizengrassmoothies und fair gehandelten Kaffespezialitäten mit garantierter Herkunftsbescheinigung und Regenwaldunbedenklichkeitszertifikat, sowie die sündhaft Teuren Marken-Kaffeemaschinen den Unteschied zu einer normalen Studenten-WG aus.

Dass man beim Betreten eines solchen Etablissements – bevorzugt Fräulein XY oder …Raum genannt – gelegentlich den sehr ernsthaften Verdacht, dass da jemand versucht hat auch den Shabby Chic einer typischen Kreuzberger Kommune der späten 1960er künstlich nachzubilden, ist ebenfalls kein Zufall, sondern gewollte „Ambience“. Das Designkonzept ist so perfekt, dass es an diesen Orten der Einkehr selbst Boshi-häkelnde stillende Frauen die über Fouceault oder die nun wieder einsetzenden Menstruationsbeschwerden (oder den Zusammenhang von beidem!) reden, dabei aber ganz selbstverständlich in breitestem Oststuttgarter Dialekt der erstgeborenen kleinen Emma-Joseleen verbieten auf die Rutsche zu „brontzen“ – Bevorzugt tun sie das im übrigen in Szenestadtteilen wie Prenzelberg, Soho oder irgendwo westlich des Central Park (Sydney NSW!). Denn: Hipster sind vor allem eines: global!

Die durchschnittlichen Hipster-Väter jagen derweil ihr makrobiotisches Veggie-Menü, hängen am Kicker, sind gerade beim neueröffneten Barbier namens „Männersalon“, tauschen sich über neueste Diättips und Fettbinder-Tabletten aus (anders passt kein Mann in diese ultraengen Jeans), geben sich Tips für die ideale Drappierung des obligatorischen Hipster-Scarfs, erstehen auf dem nächsten Flohmarkt die passende Fliege zum Hut, und umarmen dabei ganz nonchalant ihre besten Freunde und reden über Männerprobleme bei Grüntee- und Kosmetikauswahl oder sie schauben ganz einfach an ihrem tiefergelegten BMX Rad herum während sie sich überlegen welches Abenteuer die unendlich weite Welt der Möglichkeiten morgen für sie bereit hält…Ja liebe Damen, das kommt davon wenn ihr euren zukünftigen Ehemann beim tantrischen Slacklinen kennenlernt…

Auch gilt es unter HIPSTERN heute durchaus nicht mehr als Fauxpas mit verschwitztem Fleecehemd und ölverschmierten Händen zum Nachmittagsbier zu erscheinen…ach ja, Bier…Im Süden der Republik das Hauptgetränk des erwachsenen männlichen Hipsters – allerdings bitte auch aus der Spezialedition mit Himalayasalz und Geschmack nach Nori-Algen, alternativ geht auch ein Natureisbock aus einer möglichst kleinen und unbekannten Spezialbrauerei – trinkt der HardcoreHipster der Metropolen bevorzugt Gin-Tonic…oder wie er es formuliert Gin and Tonic, soviel Zeit muss schon sein. Dabei tut’s natürlich keinesfalls die übliche Schweppes Plörre in die man etwas Gordon Dry träufelt, nein es muss schon eine Spezialabfüllung á la 1724, Gents, Thomas Henry oder Fentimans sein. Auch die Auswahl des perfekt auf die dezente Chinin-Note des „T’s“ abgestimmten Gins ist inzwischen zur Wissenschaft für sich geworden.  Namen wie „Sacred Gin“, „Botanist“ oder „G‘ Vine“ sagen da eigentlich schon alles – Wenn eimem also das nächste Mal der Kartenabreißer/Barkeeper des Lieblings-Programmkinos beim Lakritzkauf verschwörerisch ins Ohr flüstert, er habe da etwas ganz Besonderes ist dies – jedenfalls meistens – keinesfalls eine Einladung zur gemeinsamen Bettgymastik, sondern der dezente Hinweis darauf, dass aus den Tiefen des Online-Shoppings eine Neue Probier-Ladung „G&T“ eingetroffen ist…

Ach ja, und noch was – Hipster sind reich. Man sieht es ihnen zwar auf den ersten Blick nicht unbedingt an – einen Hipster in Nerzmantel und mit Goldkettchen ist mir bisher noch nicht untergekommen – aber sie können sich scheinbar mühelos die teuersten Appartments in der Upper East Side (Selbstverständlich mit Blick auf den Central Park – diesmal den von New York), sündteure Penthouses im Londoner Eastend, Venezianische Palazzi, Südfanzösische Schlösser oder ganze Gründerzeitetagen in Berlin leisten…jedenfalls tun sie erfolgreich so, wenn sie das Geld gerade nicht wirklich von Pappi oder Mammi geerbt haben, denn noch eins – ein Echter Hipster hat zwar ständig irgendwelche Projekte am laufen – wirklich Arbeiten hab ich aber bisher nur die Brooklyner Variante gesehen (die bringen es dann fertig tagsüber sündhaft teure (aber unglaublich gute!) Schocki zu produzieren und nachts in der selben Fabrikhalle eine schicke Party-Location zu betreiben…).

Es ist diese „Attitude“ der real gelebten Gentrifizierung, die die anderen postmodernen „Minderheiten“ in den Wahnsinn treibt. Inzwischen soll es im Frankfurter East End und in Prenzelberg, sowie auf dem Campo Manin  sogar schon zu linken Anti-Hipster Demos gekommen sein – Der Hipster, der Yuppie von gestern und neoliberale Heuschrecken-Faschist von morgen? Nicht ganz, es gibt an den Rändern der Bewegung seltsame Allianzen. Da gibt es den Blockupy-Anhänger mit Pompadour-Schnitt (ich persönlich finde es immer wieder sehr befriedigend, dass sich der Kult-Haarschnitt vorwiegend männlicher Hipster immer noch an dieser weiblichen Kult-Ikone des Rokkoko orientiert!) . Da gibt es den Hipster-Türsteher (der dann manchmal eben doch Goldkettchen trägt) mit ethnisch-hybridem Hintergrund. Da existiert sogar die Hipster-Oma, auch wenn ich bei der manchmal nicht ganz sicher bin, ob sie nicht einfach so lange mit ihrer Freundin Edeltraud im „Woll-Paradies“ Pfefferminz-Ingwertee getrunken hat, bis der Retro-Look sie wieder eingeholt hatte. Und da gibt es die aktivistisch veranlagte Hipster-Maklerin mit leichtem Punk-Einschlag die sich ganz selbstverständlich bei Amnesty engagiert und auch bei der letzten Femen und Peta-Befreiungsaktion dabei war – das aktuell wohl typischste aller HIPSTER-Rollenmodelle…Ach ja, und da gibt’s dann auch noch den knapp volljährigen HIPSTER_VWL-Studenten, der, weil grad kein geeignetes weibliches Wesen in der Nähe ist, einfach seinen Tutor abschleppt…Der Hipster ist in solchen Dingen flexibel und beantwortet etwaige Nachfragen leicht irritierter Erzeuger mit einem charmanten „Yep“ – immer vorausgesetzt sein Gegenüber hat glutenfreien Camenbert und etwas Chablis oder Ardberg zu hause und ist kein passionierter Hipster-Groopie, die mag der Hipster im Gegensatz zum Yuppie nämlich garnicht! Und noch was, der Hipster ist alles, nur nicht hip! (und wenn dann meint er das allenfalls ironisch ;-))

Es lebe der Hipster!

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Geschnittene Büsche, Bärlauchesotherikerinnen und warum meine Teppiche eigentlich nach Australien müssten…

daffodil

daffodil

Ich liebe es, wenn meine Nachbarn Büsche schneiden, und Apfelbäume von ihren Wasserästen trennen – ich sehe einfach besser weit.
Meine anderen Nachbarn haben mit Kunstmohnblumen und blauen Bändern Türen dekoriert – Ich vermute Mörike-Fans* – ob außer mir irgendwer die Anspielung erkennt…oder schlägt bei meinem Hirn gerade wieder der „oversophisticated Geisteswissenschaftler“ durch und sie (die Nachbarn) (er)kennen selbst nicht was sie tun und es gefiel ihnen einfach nur die Kombi von Crème und Blau? In einem fränkischen Freiluftaltersheim mit gerade noch so geduldeter Universität (und deren unterirdischem Milieu, das nur Dreck macht) ist alles möglich…

Als Fan von Narzissen in Sektgläsern*² find ich’s gut, vermutlich auch, weil ich gestern den ersten Zitronenfalter, das erste Kind des Jahres, dass vor lauter Frühlingsfreude im Teich gelandet ist, und die erste pummelige Esotherikerin in Crème-Lila gesehen habe, die aus dem Biosphärenreservat Bärlauch klaut (die wahren Freuden des Lebens eben…). Kann man jetzt verstehen – muss man aber nicht und Kind und Esotherikerin sind wohlauf, was das weitere Schicksal des Zitronenfalters anging bin ich mir nicht sicher, er verschwand hinter einigen Frühkrokussen…

Meine Teppiche müssten mal wieder gründlich gesaugt und gestäupt werden – Zu wenig Pulverschnee (besser als jedes Teppichspray, wenn man den Teppich davor eine Nacht lang durchfrieren lässt) in diesem Winter um sie wirklich darin sauberzuklopfen – Freiwillige vor! Schließlich kann ich die Dinger nicht zum Ausklopfen nach Australien schicken (da beginnt er grad, der Winter und die Idee wär verlockend. Leider weiß ich nicht, wer sie von Sydney in die Blauen Berge und zurück fahren soll, jemanden zum Ausklopfen gäb’s da immerhin – Vielleicht geb ich sie aber auch nur ein paar Kumpels auf den Osterskiurlaub mit (der Australier wäre zuverlässiger…) – Well, wieder einmal Luxusprobleme…aber wir haben Frühling, und wenn das nicht Luxus ist, weiß ich auch nicht. Kann man jetzt übrigens auch verstehen, oder eben nicht…

 

*Frühling lässt sein Blaues Band…(wer’s noch nicht kennt, findet das hinreißend schöne Gedicht hier: http://www.derkleinegarten.de/mehr-infos-bilder/gedichte/fruehlingsgedichte/moerike-fruehling-er-ists.html).

*² Vgl. Mein Artikel zum Sektglasikebana: http://wp.me/p2SJFH-rf.

 

 

Je suis Charlie

Je Suis CharlieJe suis Charlie. Nous sommes tous. Et nous avons tous été attaqués aujourd’hui, même et surtout les musulmans. L’interprétation aberrante de les assassins n’a rien – rien du tout – en commun avec ce, que je sais que l’Islam, et ne le sera jamais! Il est temps que nous reconnaissons et acceptons que les droits de l’homme, la tolérance, la liberté – même et surtout de la presse et d’opinion – et le respect de la vie de l’autre sont pas quelque chose de soi, mais devez de plaider activement et partout – non seulement pour nous mais aussi pour les autres et étrangers.

Ich bin Charlie. Wir alle sind es. Und wir alle wurden heute angegriffen, auch und ganz besonders die Muslime. Der verquere Interpretation der Attentäter hat nichts, aber auch garnichts gemeinsam mit dem, was ich als Islam kenne, und wird es auch nie! Es wird Zeit, dass wir Menschenrechte, Toleranz, Freiheit – auch und gerade der Presse, Rede und Meinung – und die Achtung vor dem Leben des Anderen nicht als etwas selbstverständliches hinnehmen, sondern uns aktiv und überall dafür einsetzen, nicht nur für uns, sondern auch für den Anderen und Fremden.

I‚m Charlie. We all are. And we all were attacked today, even and especially the Muslims. The wrong-headed interpretation of the assassins has nothing – nothing at allin common with what I know as Islam, and never will! It is time that we recognize and accept, that human rights, tolerance, freedom – even and especially of press, speach and opinion – and respect for the life of the otheras are nothing self-evident, but must be actively and everywhere advocated. Not only for ourselves but also for others and strangers.

Adventskalender 2014 – 23. Türchen – Der kürzeste Tag des Jahres oder warum schenken immer auch ein kleines bisschen fieß ist…

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…un po di dolce?

Kalendarisch ist es ja eigentlich der 21. Dezember, dem das fragwürdige Privileg des kürzesten Tages zukommt. Für mich ist und bleibt es aber der 23.. Eineinhalb Minuten mehr Sonnenlicht machen die Kuh schließlich auch nicht mehr fett.

Für die meisten von uns – und mit uns meine ich sämtliche Angehörige der Menschheit, die meinen, sich am 24. oder 25. Dezember auf heile Welt und Familie machen und Geschenke überreichen zu müssen – ist der Tag vor dem Tag aller Tage exakt jene kleine Vorahnung der Hölle mit dem absolut höchsten Potenzial an Beinahe- oder Realnervenzusammenbrüchen, Verkehrsunfällen, jähen Wut- oder Verzweiflungsausbrüchen und abgrundtiefen Familientragödien.

Nicht nur, dass sich trotz sorgfältigster Planung immer noch irgendeine Großtante 2. Grades, eine Ehefrau, Freundin, Geliebte, Sohn, Enkel, Nichte oder Cousine findet, für den/die man in dem ganzen vorweihnachtlichen Vorbereitungschaos noch kein (un-)passendes Geschenk gefunden hat…

Nein, wie ein Irrer stürzen wir uns heldenmütig in den last-shopping-day-before-X-mas-jam. Kaum im Auto scheinen überdies auch noch sämtliche den Rest des Jahres sorgfältig gewartete Sicherungen im Oberstübchen auf einmal durchzubrennen. Und dann kommt der große Moment:

Ganz, ganz kurz vor Ladenschluss – schließlich musste das Sch…teil von Christbaum auch noch irgendwie besorgt, installiert, geschmückt und aufgrund eines vorher nicht ausgetesteten LED Leuchtkerzenbehangs (defekt) nochmals komplett ab- und aufgeschmückt werden – stürzen wir uns mit all den anderen komplett Verzweifelten, deren online-Bestellung doch nicht rechtzeitig ankam, oder die aus unerklärlichen Gründen wieder einmal vergessen haben, dass am 24.12. Weihnachten ist in ein x-beliebiges Kaufhaus und erstehen im last-Christmas befeuerten Morgen-Kinder-wird’s-was-geben-Wahn ein ebenso überteuertes, wie vollkommen unpersönliches Verlegenheitsgeschenk für eine Person, die wir das letzte mal vor 17 Jahren persönlich gesehen haben, die uns aber das letzte Jahr eine handgeschriebene Weihnachtspostkarte aus Dubai geschickt hat…Nebenbei rempeln wir noch zwei Hochschwangere, zwei nutzlos herumsitzende Bettler, einen schon leicht alkoholisierten Weihnachtsmann und zwei bis drei quängelnde Kevins, Kathleeeeeens und Jocklyns um, zerbrechen dabei den Laserpointer für Maximilian-Theodor und lassen uns zu allem überfluss auch noch den Geldbeutel samt Inhalt von einer international agierenden schwedisch-texanischen Kinderdiebesbande klauen.

In solchen Momenten kann man nur noch froh sein, dem allem lebend entkommen zu sein, und hoffen, dass die absolut überbeanspruchte Praktikantin im Kaufhaus Köppermann und Söhne 1845 AG an diesem Tag eine auch nur annähernd ansehnliche Verpackung hinbekommt, das mühsam ausgewählte Geschenk nicht aus Versehen einem der vierhundert anderen Verzweifelten überreicht, und niemand vergisst, dass Kassenzettel allenfalls auf Geschenken für Schwaben angemessen sind.

Ah, ja, da ich ja bekanntlich eine extreme Vorliebe für Fettnäpfchen und Verdrängtes habe, stellen wir sie doch mal: die heikle Frage nach dem angemessenen Wert von Geschenken – dem finanziellen, nicht dem emotionalen…

Nicht, dass man damit die gegenseitige Wertschätzung bemessen würde – na ja, irgendwie schon auch – viel entscheidender ist, dass der Schenkende dem Beschenkten mit seiner Geste im gegenseitigen Verpflichtungsschach auf vier Ebenen um einen Schritt voraus ist, oder anders ausgedrückt:

Schenken ist Macht, nicht zurückschenken eine äußerst grobe Verletzung gesellschaftlicher Konventionen und der Satz: Der Gute Wille für die Tat bzw. die selbstgestrickten Wollsocken für das 600 Euro Tablett in der Alltagspraxis des Nach-romantischen-Digital-Zeitalters mit global agierenden Internetauktionshäusern von Dinosaurierzähnen, Muranoglasschalen und selbstgehäkelte Bommelmützen nur noch sehr, sehr eingeschränkt…

Ihr glaubt das nicht?

Well, dann versucht gedanklich einmal folgendes:

Euer Onkel zweiten Grades hat Euch vor etlichen Jahren neben zwei abgetragenen Garnituren goldener Manschettenknöpfen (die von denen man immer behauptet, sie seien Familienerbstücke aus Urgroßvaters Zeiten) auch einen sündteuren Designerfüller zum Uni-Abschluss geschenkt. Ihr seid inzwischen in einer gutdotierten Position und der Großonkel befindet sich immer noch bester Gesundheit, ist aber schon jenseits der 80, hat zwei Mietshäuser zu vererben und neben Euch noch ungefär sechs weiter Großneffen und -nichten…Weihnachten steht an – was tut ihr?

a) so tun als ob es den Großonkel und seine Mietshäuser nicht gäbe

b) alles daran setzen herauszufinden was die anderen Mitbewerber um das großonkliche Erbe dem geliebten Familienmitglied dieses Jahr so schenken, und beim eigenen Geschenk ein wenig mehr oben drauf legen.

oder c)

Punkt b) beachten aber zusätzlich noch den einen oder anderen zusätzlichen Besuch mit einplanen, bei dem ihr rein zufällig erzählt, dass es im momentanen Job zwar ganz gut läuft, aber so eine Fortbildung doch mit erheblichen Kosten verbunden ist, und ihr ja überdies demnächst mit der Familienplanung beginnen wollt, damit der Familienname nicht ausstirbt…

Ich weiß, ich bin gemein, aber wir alle kennen mehr als nur eine Person, die ganz genau darüber Buch führt, wer, wem, was, wann und mit welchem Wert sie einer Person geschenkt hat und welche Gegenleistung dafür zu erwarten ist. Es soll Leute geben, die für derartige Transaktionen bereits Jahrzehnte im Vorraus den Zins und Zinseszins berechnen und auserordentlich bößartig reagieren, wenn diese Rechnung nicht aufgeht – und nein, selbstgebackene Plätzchen und handgematschte Krippenfiguren aus der Kindergartenzeit sind kein wirklicher Ersatz für sündteure Parfums, Kreuzfahrten und Diamantenohringe…und bevor ich’s vergesse, hier noch der gute alte obrschwäbische Rat an alle Heiratswilligen: Liebe vergeht, Hektar besteht, soll heißen: Emotion ist gut, Geld (viel Geld) ist besser, Betongold und sonstige Latifundien sind am besten!

Selbstlos etwas zu geben ohne etwas dafür zurückzubekommen liegt uns Menschen einfach nicht, und jeder, der anderes behauptet hat es noch nie mit einer indischen, iranischen, russischen, amerikanischen, griechischen oder eben oberschwäbischen Schwiegermutter, Schwager, Onkel oder ähnlichem zu tun bekommen…Man ist eben, was man gibt (oder eben hat und nicht gibt)…und jeder der nun glaubt, man könne das mit der einfachen Methode: Keine Geschenke und Konsumverzicht abstellen, dem wünsche ich viel Spaß bei der ihm oder ihr bevorstehenden, hochinteressanten Feldstudie:

Der Tag an dem wir beschlossen uns zu Weihnachten nichts mehr zu schenken oder: wie meine Familie zerbrach!

Aus eigener Erfahrung weiß ich nur zu gut, das derartige Experimente stets und vollkommen unausweichlich damit enden, dass man nach spätestens zwei Saisonen doch wieder zum alten Geschenketeufelskreis übergeht, und sich aus lauter Verlegenheit viel mehr und teurere Geschenke schenkt, als die, die ohne diesen Humbuk notwendig gewesen wären. Nebenbei beschwört man auch noch jahrzehntelang schwelende Familien-Vendetten herauf, die zu unberechenbaren Minenfeldern aus gegenseitigen Anschuldigungen, Abrechnungen (das meine ich in diesem Fall sehr wörtlich) und jahrzehntelanger Verbitterung führen können. Ich habe Schulkameraden erlebt, die ihren Eltern noch zwanzig Jahre später mitten in der Bescherung erbittert vorgeworfen haben, dass sie damals beim Geschenkeverzicht zugunsten hungernder Kinder in ich-weiß-nicht-wo in Afrika mitgemacht haben und sie in diesem Jahr der soziale Paria waren, weil sie keinen Nintendo 84 bekamen…

Ihr habt keinen alleinstehenden Großonkel mit vererbbaren Mietshäusern, keine Eltern, die 1984 dem Nichtkonsumaufruf einer NGO folgten, und auch niemanden der Euch goldene Manschettenknöpfe, Kreuzfahrten, selbstgetrickte Socken, handgemalte Krippenfiguren und Designer-Füller zu Weihnachten schenkt oder schenken müsste? Dann preiset Gott in der Höhe, singt Haleluja, spaart Euer hartverdientes Geld und macht Urlaub in einem Land das kein Weihnachten kennt – Viel Spaß bei der Suche…ich habe schon handfeste Taliban und erzkommunistische Elitekader Giglebells summen hören…

Allen Last-Minute-Shoppern noch viel Nervenstärke auf der Jagd nach dem ultimativen Geschenk. Hockt euch zwischendurch mal zwei Minuten hin und schnappt Luft – beugt dem Herzinfarkt oder dem siebten totpeinlichen Wutanfall für den man sich nach Weihnachten hochnotpeinlich bei allen Beteiligten entschuldigen muss vor.

….und für alle Gutmenschen unter Euch, die immer noch meinen, man könne seinen Kindern ausgerechnet an Weihnachten erklären wie man durch Konsumverzicht die Welt rettet:

Möge der unversöhnliche Hass Eurer Nachkommen und von deren Nachkommen mit Euch sein – die Rechnung kommt bestimmt, und wenn sie das Christkind eines Tages im Pflegeheim in Form ausbleibender Weihnachtsbesuche abgibt…besser ihr kauft eurem 10-jährigen Ole-Leon sein heißbegehrtes Tablett, und nein, keine handgestrickten Socken, Latzhosen und pädagogisch wertvolles Holzspielzeug, ihr wollt doch nicht, dass Euer Kind sich aus lauter Überkompensation zum BWLer entwickelt, oder?

Alsdenn, ein fröhliches do ut des zur Weihnachtszeit und viel Spaß beim drüber nachdenken wie ernst ihr das gerade Gelesene nehmen mögt – ich neige zu dezent ironischem Surrealismus, die Realität menschlichen Verhaltens zur Weihnachtszeit allerdings ebenfalls…

 

Adventskalender 2014 – 21. Türchen – Arrivederci Venexia!

Löwen mit Hüten

Löwen mit Hüten

Ja, auch die die schönste Zeit muss irgendwann zu Ende gehen, und da ich ja schlecht meine versammelte Verwandtschaft ohne mich (und vor allem ohne meine Geschenke) Weihnachten feiern lassen kann, heißt es nun zurück nach good old Germany!

Venedig war – nein, kein Traum – dazu war ich vermutlich schon zu oft hier, und dazu stehlen Deutsche Touristen auf Romantikurlaub hier zu oft Gondeln (http://www.stol.it/Artikel/Chronik-im-Ueberblick/Chronik/Deutsche-wegen-Gondel-Diebstahls-in-Venedig-angezeigt).

Die Stadt ist für mich Eher eine Art Lehrstunde in menschlicher Kreativität und Anpassungsfähigkeit. Schließlich benutzt man nicht jeden Tag Boote wie einen Bus oder verleitet andere Touristen dazu einem in die definitiv uninteressantesten Sackgassen zu folgen – eines meiner Lieblingsspiele in dem ich inzwischen eine gewisse Perfektion erreicht habe – mi scusa ;-).

Außerdem: Venedig ist für einen Traum einfach viel zu anstrengend – nicht wegen all der anderen Touristen, die werden erst wieder ab März zum Problem, und auch nicht wegen der 200-300 Bilder von Tizian, Tintoretto und Co. die man sich an einem durchschnittlichen Tag „reinzieht“ (wenn man’s drauf anlegt können es aber auch ganz locker mal zwei- oder dreitausend an einem Tag sein, das muss man dann vorher etwas trainieren um noch zu wissen, wo man was gesehen hat und selbst passionierten Kunsthistorikern soll es dabei schon vorgekommen sein, dass sie am Ende nicht mehr so genau wussten ob das Bild dass sie gerade in der kleinen entzückenden Kirche am Campo ichweißnichtmehr gesehen haben nun von Palma dem Älteren oder doch von Vittore Carpaccio gewesen ist…)

Nein, dass alles ist Genuß und wenn’s einem zu blöd wird kann man einfach ein viertel Stündchen auf die umgedrehten Hochwasserstege oder eine Bank sitzen und den anderen dabei zusehen wie sie gerade ihren kulturellen Overkill bekommen – Ich frage mich jedes mal, warum so wenige Menschen hier zu Wutausbrüchen neigen, selbst Kinder scheinen sich hier von Quengelmonstern in begeisterte Kulturtouristen zu verwandeln und suchen mit einer Engelsgeduld und unglaublichem Eifer den nächsten Markuslöwen oder Gondoliere…Nein, was diese Stadt so anstrengend macht sind die Wege – die muss man nämlich, von ein paar wohl zu plandenen, da relativ teuren Bootsfahrten nämlich allesamt zu Fuß zurücklegen.

Aber wie immer gibt’s auch hier eine bzw. mehrere Möglichkeiten zu spaaren:

http://www.actv.it/imob/cos%C3%A8imob

http://www.veneziaunica.it/en/ecommerce/products/pack/venice_citypass

Im übrigen habe ich inzwischen sogar an den, von mir so gehassten Selfi-Hipstern etwas Gutes entdeckt…nicht nur, dass sie etlichen Bangladeshi (das ist die Nation unter den fliegenden Händlern, die sich eigentümlicherweise auf die neuesten technischen Spielereien spezialisiert hat), das Überleben ermöglichen indem sie ihnen die überall angebotenen Selfie Sticks abkaufen, nein, sie haben es mit ihrem permanenten und absolut nicht zu stoppenden Selbstablichtungswahn inzwischen auch fertiggebracht, dass die sonst extrem strengen italienischen Regeln in Punkto photographieren in Museen und Kirchen inzwischen komplett errodiert sind. Die Wächter, die noch vor ein, zwei Jahren jedem der es auch nur wagte ein Handy oder eine Kamera zu zücken sofort ein schrofffes „no photo“ entgegenschleuderten, und bei Nichtbeachtung durchaus auch mal das entsprechende Gerät konfiszierten, haben inzwischen einfach aufgegeben. Selbst im hochheiligen Dogenpalast oder in der Markuskirche interessiert es absolut niemanden mehr, was, wer mit seinem Tablet oder seinem Handy abkupfert…Einzig die einsam herumstehenden Verbotsschilder erinnern noch daran, dass da irgendwann mal was war…

Und sonst? viel Neues, viel Altes und die Erkenntnis, dass vermutlich ein Leben nicht aussreicht um diese Stadt und all ihre Schätze wirklich zu kennen – wo sonst stolpert man beim Blick in eine verstaubte Vitrine einfach so über die Unterschriften von Karl V., Maria Theresia, Queen Ann und Mustafa II., das Tintenfass Napoleons, Reliquien vom heiligen Judas, oder den Sonnenhut des letzten Dogen? Manche werden jetzt sagen, dass dies alles nur verstaubtes alltes Gerümpel ist…letztendlich haben sie garnicht so unrecht. Aber wenn man verstehen will, warum die Dinge so sind, wie sie nuneinmal sind, dann kommt man um dieses Gerümpel eben nicht herum. Auserdem ist das Horten und die Begeisterung über altes Glummp urmenschlich. Man(n) ist nunmal ein Jäger und Sammler, ob nun von Selfies, Symbolen, Glasvasen oder Friedensverträgen ist dabei letztendlich egal. Und für wen’s dabei etwas mehr sein darf, für den ist Venedig genau der richtige Ort – wo sonst sollten wir schließlich unsere Plastikgondeln made in China, unsere echt falschen Muranogläser (na ja, hier gibt’s schon auch echte, aber die kosten eben dreimal so viel) und unsere völlig geschmacklosen Plastik-Karnevalsmasken (es gibt auch schöne, handgemachte aber die muss man suchen…) herbekommen? Sind es denn nicht genau diese Dinge, die das Leben erst lebenswert machen? …und ebay? wie langweilig – da kann es einen noch nichtmal über die istrischen Marmorstufen bei den Löwen auf der Piazetta dei Leoni hinschmeißen!

Buone feste und vergesst nicht euren Löwen Weihnachtsmannkaputzen aufzusetzen!

Adventskalender 2014 – 17. Türchen – Warum man leider nur 356 Photos pro Tag schafft ;-)

wer weiß es? und wo ist es?

wer kennt es? und wo ist es?

Oh Gott, es ist passiert! Ich bin in Venedig, und hab noch nichtmal die obligatorischen 7000 Photos pro Tag geschossen. Trifft mich jetzt der Schlag? Falle ich in den nächsten Kanal oder bringt mir weder der Babbo Natale noch die Befana (die das italienische Gegenstück zum Christkind, seltsamerweise eine Hexe die – mit leichter Verspätung – erst am Dreikönigstag erscheint) dieses Jahr Geschenke, oder werde ich einfach nur aus meiner Blog-Community geschmissen?

Ich fürchte schlimmstes: Die fliegenden Verkäufer der Selfie-Sticks (nein, das ist nun kein Vorschlag für den obszönsten Neologismus des Jahres 2015) schauen mich auch schon so seltsam an…irgendwie können sie nicht glauben, dass ich kein so ein Ding brauch und lieber die ganz klassische Lomo-Perspektive bevorzuge, wenn ich mich in einer Bar ablichte an deren Decke Büstenhalter aus aller Herren Länder hängen und es den absolut teuersten Spritz der Stadt gibt (na ja, vielleicht nicht ganz, das Florian toppt noch immer alles, aber jedenfalls in einem normalen Baccaro…).

Nur 356 Photos! unglaublich! Meine russische Tischnachbarin Tatjana hat bereits vor 8 Uhr morgends mehr Aufnahmen vom Frühstücksraum, den Cerealien und ihrem leicht übergewichtigen und vom gestrigen Abend noch nicht ganz ausgenüchterten Gatten gemacht. Von den beiden magersüchtigen, niedlich-nervigen Japanerpärchen fang ich jetzt garnicht erst an, die hatten schon geschätzte 300 Selfies geschossen bevor sie auch nur den Weihnachtsbaum in der Lobby passiert haben, selbstverständlich mit Selfie-Stick und ich weiß nicht was sonst noch allem an technischem Bremborium)…O tempora, o mores…na ja, ich will nicht klagen, als ich mich ganz klein und dünn machte, durfte ich sogar kurz durch die Honeymoonidylle huschen (vermutlich bin ich jetzt das Ereignis im Photoalbum und werde noch den Urenkeln gezeigt).

9:34h: Ich verlasse das Vaporetto in Höhe des Dogenpalastes. Klick, Klick, Klick…bin ich die Sehenswürdigkeit, oder ist es das Boot, oder vielleicht der kleine Hund den ich gerade fast totgetreten hätte, weil er ungefähr die Größe einer durchschnittlichen Venezianischen Hausmaus hat? Mal ehrlich, war die Welt nicht viel schöner als man sich noch mühsam in Pose warf und permanent überlegen musste welches Bild man nun aus welchem Blickwinkel und mit welcher Belichtung aufnimmt weil so ein 36er Film einfach unglaublich schnell voll ist und das Entwickeln ein Heidengeld kostet?

Was waren das nur für Zeiten, als man für ein Familienphoto geschlagene 2 Nachmittage brauchte, weil Oma Hildegard es partout nicht hinbrachte blinzelfrei zwei Minuten lang stillzustehen!

Nein ich bin wirklich kein Nostalgiker, aber manchmal frage ich mich, wer außer Google und der NSA die ganzen Urlaubsphotos noch ansehen soll? Der Virtuelle Diaabend endet ja schließlich nicht bei Bild 257 von Tante Elfriede mit dem leckeren Eis am Lidostrand (Ich hab da irgendwo noch zu herrliche Urlaubsphotos meiner anderen Großmutter, die Ende der 70er Jahre hochgradig kokett auf einem Felsen in Yougoslavien die kleine Meerjungfrau von Anderson miemt, und dass obwohl sie keine zwei Minuten zuvor beim Auf-den-Felsen Klettern in einen Seeigel gedappt ist…Disziplin und Photos sind alles!

Aber Heute?…heute fotografiert man jedes, aber wirklich auch jedes Orts- Straßen-und-Sonstwas-Schild (ich habe einen Faible für Schilder) und sogar den Blitzableider am Fondacco dei Tedeschi…Und warum das alles?

Um sich in einer Welt voller Bilder des einen besonderen Bildes zu erinnern? Um in der Flut etwas einmaliges, wundervolles und unvergessliches zu schaffen?

Wohl eher nicht…manchmal habe ich den Verdacht, dass wir alle in einer Welt aus Selfies leben und vergessen haben, wie die Welt um uns herum ohne Kameralinse aussieht. Selbst die Museen haben inzwischen kapituliert und erlauben wieder das knipsen ohne Blitz (zumindest die Ca d’Oro…bei den Kommunalen kann das noch etwas dauern…).

Drum: Wie Wär’s denn mit einer kleinen Auszeit vom Handy und der Kamera? Einfach so, ganz spontan? Icvh versprech Euch, das wird eine ganz neue Erfahrung!

Ach ja, und warum hab ich jetzt am visuell-digitalen Hotspot dieser Welt (wer in Venedig keinen freien WLAN-Point findet ist selber schuld…wir sind hier schließlich nicht in Bayern!) nur 356 Photos an einem Tag geschafft? Ganz einfach: es hat geregnet, ich war fast die ganze Zeit im Museum (und da durfte man – noch – nicht fotografieren), und als ich dann wieder rauskam war’s schon fast dunkel. Verdammte Realwelt eben 😉

PPS: Dringender Ausflugtip wenn ihr das nächste mal selbst in der Serenissima und gerade nicht mit Selfie-machen beschäftigt seid:

Nehmt das Vaporetto, steigt bei San Stae aus und geht verdammt nochmal ins Fondacco dei Turci! Ich verspreche Euch, auch wenn fast alles nur auf italienisch erklärt ist, So ein Museum habt ihr noch nie gesehen, oder wo sonst kollidiert man fast mit einem Schwan, spaziert über riesige Krokodile, sieht sich ausgestopften Gorillas, Giraffen und Elefanten gegenüber und kann, wenn man sich an der Mumie, den Missgeburten und der hinreißend schönen Wunderkammer sattgesehen hatt, Zauberlehrling spielen und per Handbewegung ganze Bilderwelten verschieben!

Wer eher auf olfaktorisches steht, dem sei die runderneuerte Ca’Mocenigo empfohlen: Neues Konzept, alte wunderschöne Räume und die Ganze Geschichte des Venezianischen Parfums! (leider kann man nicht mehr ins Bad der Contessa – na ja, man kann schon, man muss nur wie ich ganz lieb fragen, wo es denn abgeblieben ist…)

Adventskalender 2014 – 14. Türchen – prejudices, or my perfect German christmas party in the middle of August!

Duftpomaden- Nelkenorange

Duftpomaden- Nelkenorange

Sometimes it’s true: prejudices do exist, to be confirmed!

But it’s also true that in quite a lot of cases, the pre-judged do everything to ensure that prejudices become true for the prejudicing ones, particularly, when they are profitable for the pre-judged!

One of those very precious and extremely profitable prejudices is the “German Christmas”!

Not only half of the world’s population seems to be absolutely convinced, the whole of Germany would mutate into a single giant Christmas market between October and March, no! – for some unexplainable reason my American, Chinese and Russian friends also are absolutely sure of the fact, that all Germans had nothing better to do, than drinking German mulled wine, eating German Lebkuchen – of coruse from the most German city Nuremberg – while carving incessantly Oberammergau crib figures wearing god-old German leather pants during this “holy time” of the year…

Well…I’ve tried to explain things are a bit more „complicated!… I’ve tried it…really!

To my big misfortune, we were visiting the beautiful German city of Bamberg…which unfortunately looks exactly like Disney would create a Christmas town…even in the middle of August. Things were as they had to come… my beloved multicultural Chrismas-seekers discovered the full-year Christmas paradise – a really awful shop, freshly imported from Rothenburg ob der Tauber!  Did I mention that it was the middle of August!

To make things short and worser: Any further attempt to explain that Christmas was not a quintessentially German invention with quintessentially German customs and quintesentially German “Gemütlichkeit“ was henceforth completely useless …

Instead, I grabbed my advent calendar from Aldi, took some gingerbread (foolishly, we visited Nuremberg too, there you can get gingerbread all arround the year, consequently I’ve must been wrong: Without any doubt, Germany is the land of eternal Christmas markets! damn!).

And then it happened … some idiot of touristshop-owner offered the ultimate beer mug: with a portrait of the Kaiser, an imperial eagle, good old Germany inscription (I’ver wondered why in Gods name there was no ; Für Gott, Kaiser, Reich und Vaterland-inscription!) , Santa Claus, some reindeers, Christmas market stalls, the “Chriskind-Rauschegoldengel” and of course the synonym of “real” German Christmas customs: a Christmas pickle! (I declared to “my” Americans for the 10,000st time that there is no such custom in Germany … they do not believe me! Of course not, if there’s a whole bunch of christmas pickles in the showcase!)

After this, I haven’t even tried to explain to my beloved Americans why Santa Claus isn’t the half-brother of the Christkind, or that reindeers belong to Norway and are a typical element of American folclore… I let them buy their goddamned pitcher “made in China”, and even drunk some “real” Franconian smoked beer from it (I’m drinking it exclusively when I’m forced to do so by friends on transit!).

At the end, I’ve managed to get some unripe oranges to show them how to make a genuine German Orange with cloves (those strange things, you already had to tinker in Kindergarten. Of course without a kindergarten aunt explaining that much less burning essential oils would get into your eyes, when you drill some holes into the orange with a with a small nail  first and then put the cloves in … may I’ve forgot to tell, that Oranges and cloves do not grew in germany and came to our country from Venice in the 15th or 16th century and therefore called „Duftpomaden“ or „Duftpommeranzen“ (scented oranges)…but my guests were Americans! I’m glad when they don’t mix Austria with Australia and – honestly said – for them everything that smells like German Chrismas must be genuinly German…It’s the same thing with socker, cars and beer…).

In short: I’ve done everything not to be the evil, deadly serious and oversophisticated German again… and I managed it! I’ve celebrated a perfect German Christmas, with Christmas baubles, a Christmas pickle, an Advent-Calendar and a genuinely German Orange with cloves in it! And I did all this in the middle of August, just to prove: Germany is Christmas genuine homeland!

Happy New Year!

Adventskalener 2014 – 7. Türchen – Von russischen Mütterchen und warum ihr Ineinanderpassen immer auch ein Qualitätsmerkmal ist…

Klassische Matrijoschka

Klassische Matrijoschka

Es dürfte kaum ein Wohnzimmer, einen Kellerschrank oder einen Dachboden geben, wo sie heute nicht mehr zu finden sind, die kleinen, rundlichen, stets fröhlich dreinblickenden Matrioschkas. Die in Deutschland auch unter dem liebevollen Pseudonym „Babutschkas“ (Omachen) bekannten Holzpuppen gelten dabei im Westen geradezu als Inbegriff und Metapher russischer Kultur und der großen „russischen Seele“, aber auch ihrer Abgründe und Undurchschaubarkeit.

Es mag daher die meisten überraschen, dass die zumeist aus Linden oder Birken- seltener auch aus Nadelbaumholz gefertigten, bunt bemalten und ineinander schachtelbaren Puppen erst auf eine gerade einmal etwas mehr als 120-jährige Geschichte zurückblicken können.

Die ersten Matrioschkas wurden um 1890 gemeinsam vom Holzschnitzer und Drechsler Wassili Swjosditschkin und Maler Sergei Maljutin nach dem Vorbild japanischer Fukurokuju-Puppen gefertigt und hatten die typische stark farbige (oft rote, das alt-russische Adjektiv „красный“ (krasny) bedeuteteursprünglich sowohl „rot“ als auch „schön“) und reich bestickten Kleidung russischer Bäuerinnen, den Sarafan, zum Vorbild.

Rasch erlangten die kleinen und leicht zu transportierenden Puppen große Beliebtheit als Souvenir. Auch wurden ihnen bald nach ihrer Erfindung in ihrem Heimatland talismanische und fruchtbarkeitsfördernde Eigenschaften zugeschrieben. Hierbei wurde die äußerste Figur als Mutter, die kleineren Figuren als – gewünschte – Kinderschar interpretiert. Daneben etablierten sich bereits früh männliche Varianten, welchen die „männlichen“ Eigenschaften Wehrhaftigkeit, Fleiß und Kriegerische Tugenden zugeschrieben wurden. Im Deutschland hingegen gelten sie zumeist als nettes Souvenir und werden dort häufig auch und gerade zur Weihnachtszeit gemeinsam mit Nussknacker und anderen Produkten aus dem Erzgebirge als Weihnachtsdekoration aufgestellt – nicht zuletzt ein inzwischen gesamtdeutsch gewordenes Erbe aus der ehemaligen DDR, in der die Matrijoschkas aufgrund der engen Kontakte zur UDSSR und zu sowjetischen Besatzungssoldaten, die diese gerne als Geschenke an die Ostdeutsche Bevölkerung verschenkten besonders weit verbreitet waren.

Wie beliebt die kleinen Puppen auch außerhalb Russlands wurden zeigt sich an den zahlreichen, teils irrtümlichen Ableitungen und Bezeichnungen in unterschiedlichsten Landessprachen. Ging der Name Matrjoschka ursprünglich auf den häufigen russischen Vornamen weiblichen Namen „Matrjona“ (abgeleitet aus dem lateinischen matrona) zurück, kam es aufgrund der den Figuren zugeschriebenen Eigenschaften der Fruchtbarkeit und Mütterlichkeit schnell zu „Neu-„ und „Uminterpretationen“. So bürgerte sich im deutschsprachigen Raum die Bezeichnung Babuschka oder Babutschka (von russisch „Oma“ oder „Großmütterchen“) ein. In den Gebieten der ehemaligen Habsburgermonarchie bürgerte sich hingegen der Name „Piroschka“ (von ungarisch: piros, bzw. piroska = rot bzw. kleine Rote, häufiger Frauenname, zugleich die ungarische Bezeichnung für Rotkäppchen) ein. Auch die von der russischen Bezeichnungen „Mütterchen“ abgeleitete Bezeichnung „Mammutschka“ ist v.a. im deutschsprachigen Raum üblich.

Mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion erweiterte sich in den 1990er Jahren das Formenrepertoire der Matrjoschkas deutlich. Neben die traditionellen Formen traten satirische Darstellungen von Politikern, (v.a. Lenin, Stalin, Krustschov, Gorbatschow, Jeltzin und Putin), Zaren und Heiligen, häufig als „historische Ahnenreihe“.  Auch etablieren sich in letzter Zeit zunehmend „anlassbezogene“ Matrijoschkas, oder solche, die Motive aus Märchen und beliebten Zeichentrickserien oder Werbemotive aufnehmen. So stehen Weihnachtsmannmatrioschkas neben Stalin, klassische russische Mütterchen neben Pinups, Heilige neben Disneyfiguren.

Die wichtigsten Herstellungsregionen der Matrjoschkas liegen heute um Nischni Nowgorod, Moskau und Kirow. Wurden ursprünglich lediglich 3-, 5-, 7- und 10-teilige Figuren erzeugt, sind heute auch 13-, 15- und 20-teiliger (und noch größere) Figuren üblich. Da die Figuren meist von Innen nach Außen hergestellt werden, ist die Ähnlichkeit der Figuren und deren gutes Ineinanderpassen ein wesentliches Qualitätsmerkmal.

Adventskalender 2014 – 5. Türchen – Warum in meiner Krippe Affen, Schildkröten und ein wilder Eber hausen…

Peruanische Weihnachtskrippe

Peruanische Weihnachtskrippe

Wisst ihr noch, wie es damals am heiligen Abend war, als man mit vier oder fünf Jahren noch an das Christkind und/oder den Weihnachtsmann glaubte und es garnicht erwarten konnte bis endlich ein kleines Glöcklein erklang und man in das Zimmer mit dem Chrisbaum und der Krippe durfte?
Eigendlich hatten sich meine Eltern ausgedacht, dass wir Kinder in der Woche vor Weihnachten überhaupt nicht ins Wohnzimmer sollten, weil dort angeblich das Christkind dabei war den Weihnachtsbaum zu schmücken und – viel wichtiger – unsere Geschenke einzupacken, und wenn wir es dabei stören würden, würde es nichts geben…well so ganz geglaubt haben ich und mein Bruder das glaube ich damals schon nicht, schließlich waren wir nicht auf den Kopf gefallen (na ja, mein Bruder manchmal schon, aber das ist eine andere Geschichte und hat viel mit Obstbäumen und Skifahren ohne wirklich Bremsen zu können zu tun) und konnten uns halbwegs ausrechnen, dass der Christbaum vom Chrisbaumverkauf und die vielen Bunden Geschenke vom Weihnachtsmarkt nicht von irgendwelchen Engeln auf die Autodächer geschnallt und in den Kofferaum gelegt wurden und nach Hause gefahren wurden…

Trotzdem trotteten wir bis weit in die Grundschulzeit hinein jedes Jahr brav hinter meinen Großeltern in den damals noch tief verschneiten Wald und positionierten unsere Wunschzettel ans Christkind in einem Vogelhäuschen, dass rein zufällig nur wenige dutzend Meter vom Waldrand entfernt über der Lieblingsbank meines Großvaters hing.

Nebenbei gesagt war mein Großvater – wie übrigens auch unsere Kindergartentanten und Grundschullehrerinnen – nicht ganz unschuldig, dass wir schon ziemlich früh nicht mehr so ganz an die Geschichte mit dem Christkind und dem Weihnachtsmann glaubten*.

Grund dafür war, dass alle eine ausgeprägte Vorliebe dafür teilten, irgendwelche kleineren oder größeren Krippen zu basteln. Erst aus Papier und mit Fingerfarben, dann durften wir unsere ersten Tonkrippenfiguren kneten (das meine ich jetzt ganz wortwörtlich) und als diese dann fertig gebrannt und bemalt waren brauchten die natürlich auch eine echt schwäbische Krippe mit Stall und allem sonstigen Bremborium (das ist vermutlich der Grund, weshalb zwar Maria und Josef mitsamt dem Jesuskindlein und einem Schaf heute hart gebrannt sind, Ochs und Esel, der Hirte, die restlichen Schafe, ein Hund und vor allem die heiligen Drei Könige aber nicht – was heißt, dass diese im Laufe der Jahre x-mal geklebt werden mussten).

Wirklich ins Grübeln gebracht hat uns aber die Mammutaufgabe des Krippenbaus, derer sich selbstverständlich mein Großvater mitsamt seiner ziemlich Umfangreichen Werkstatt im Ölkeller annahm. Eigentlich durften wir da ja nicht rein…wegen der Explosionsgefahr…und wer uns zwei Racker kannte, der weiß dass wir durchaus auch auf die Idee hätten kommen können versuchsweise auszuprobieren ob man den Öltank nicht mit der Bohrmaschine, der Flex, oder dem Stemmeisen aufbekommt…Well, ich und mein Bruder leben noch, ich nehme also an, dass wir das nicht wirklich ernsthaft ausprobiert haben…

Kurz, es wurde geschnitzt, genagelt, geschraubt, kleine Schuppen von Fichtenzapfen als Dachziegel aufgeklebt und gemalt…Und tatsächlich wurde das Meisterwerk, wenn auch erst zwei Jahre später,  tatsächlich vollendet – Inklusive Riesenbatterie und winziger Laterne mit noch winzigeren Birnchen. Dass das Ganze ein wenig zu klein für die Tonfiguren ausgefallen ist, liegt ganz bestimmt nicht drann, dass sich mein Großvater eventuell vermessen hat…das war eindeutig das Christkind, das, weil mein Bruder und ich immer ins Weihnachtszimmer geschlichen sind und die dort aufbewahrten Weihnachtsbrötchen gegessen haben, zur Strafe unsere Krippe geschrumpft hat!.

Ja, und da steht sie nun, neben unseren 5 anderen Krippen (inzwischen haben wir glaub noch mehr, wenn man die in divesen  Streichholzschachteln, Kürbissen, Glaskugeln etc. mitzählt…)…Ich werd sie auch dieses Jahr wieder bei meinen Eltern aufbauen, vorrausgesetzt es findet sich noch ein Plätzchen…

Jahre später – ich hatte gerade zu studieren begonnen – habe ich dann zufälligerweise ein Gespräch zweier Verkäuferinnen im Dritte Welt Laden (der hieß damals wirklich noch so) angehört. Sie hatten ein garnicht so kleines Problem: Irgendeine ihrer gutmeinenden Kolleginnen hatte nämlich eine das gesamte linke Schaufenster ausfüllende Peruanische Krippenszene aus ca. 30 cm hohen Tonfiguren zum weiterverkauf erstanden…und die blockierte jetzt schon seit über 4 Jahren zu jedem Weihnachtsfest das Schaufenster, weil sie niemand kaufen wollte. Die Krippe hatte nämlich zwei Probleme: a) war sie fürchterlich teuer und b) sah sie einfach überhaupt nicht so aus, wie ein normaler oberfränkischer Käufer sich eine Krippe vorstellt. Es gab zwar einen Engel, aber der fasste sich an die Brüste, Maria und Josef und ein Esel waren mit Müh und Not auch noch irgendwie am Hirtenstab den Zöpfen und den Langen Ohren zu erkennen, aber der Rest? Irgendwie waren die Heiligen Drei Könige und Hirten zu kleinen Inkas mutiert, die Fische, Chilischoten, Bananen, Schildkröten und sogar Affen anschleppten. Am schlimmsten aber war, dass der Ochse, dieses vertraute dummtreue Tier aus der oberammergauer Hirtenidylle aus unerfindlichen Gründen zu einem fetten, grimmig dreinblickenden Eber mit riesigen Stoßzähnen mutiert war. Das mag ja in Peru so üblich sein, aber unter dem eigenen Christbaum wollte das ganz offensichtlich kein Bamberger haben…

…und so stand sie nun da, die peruanische Monsterkrippe, und stand, und stand und stand…Nach der Lautstärke ihres Gesprächs war es den Verkäuferinnen im Jahr als ich zu studieren anfing offensichtlich endgültig zu bunt geworden und sie beschlossen, während ich nach biologischdynamischsozialgerechter Schokolade suchte, dass Ding loszuwerden – egal zu welchem Preis!

Als Schwabe mit einem ausgesprochenen Faible für kuriose Krippendarstellungen habe ich mir das natürlich nicht zweimal sagen lassen – und ganz beiläufig gemeint, dass ich sie – aus reiner Herzensgüte – für einen Fünfziger von dem Ding erlösen würde…Das war ungefähr ein fünftel dessen, was die Krippe eigentlich kosten sollte und ehrlichgesagt nicht ganz ernst gemeint.

Und dann geschah das Wunder: Offensichtlich hatten die Verkäuferinnen nicht damit gerechnet die Krippe des Schreckens – wie sie in Bamberger Gutmenschenkreisen inzwischen hieß – jemals wieder loszuwerden, schon garnicht für Geld…und sie fingen an zu jauchzen und zu jubilieren, mich als ihren Retter zu preisen und eine Geschäftigkeit zu entwickeln, wie sie selbst die Himmlischen Heerscharen beim großen Gloria in excelsis nicht entwickelt haben…Da wurde eingepackt und verstaut, nach Bananenkisten gesucht und ganz schnell die Kasse aufgeschlossen und kassiert, bevor der Verrückte der sich ernsthaft eine Peruanische Horrorkrippe unter den Christbaum stellen wollte es sich doch noch im letzten Augenblick anders überlegt hat…Ja ich krigte meine Tafel Schokolade sogar noch umsonst obendrauf und eine Gratisprobe Apfelsinen aus Equador gabs auch noch obendrauf!

Uns so stehen sie nun seit Jahren bei mir, die wackeren kleinen Peruaner mit ihren Affen, Schildkröten, Fischen, Chilischoten, dem Monsterschwein und dem sich vor lauter weihnachtlicher Wonne an die Brüste greifenden Engel.

Ich mag sie – und manche Gäste sind, nachdem sie sich nach dem ersten Schreck wieder eingekriegt haben, sogar ein bisschen neidisch, dass ich eine so ungewöhnliche, große und teure Krippe mein Eigen nenne…

 

*Wir haben aber trotzdem mitgespielt, schließlich machte das unseren Eltern einen Heidenspaß uns angeblich an der Nase herumzuführen – und warum soll man den den Erwachsenen als Kind nicht auch mal gönnen.

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