Dreary November mood? Inspirations for X-mas!

It is gray, foggy, cold and when you look out of the window you do not really know, whether it IS still night or already again. In short: It’s high time to re(s)plen(d)ish your own dreary November mood with some glittering and colorful Christmas decorations!
Here are a few inspirations for all Christmas fans among you!

Es ist grau, neblig, kalt und beim Blick aus dem Fenster weiß man nicht so genau, ob noch oder schon wieder Nacht ist. Kurz: Es wird Zeit sich die eigene Novemberlaune mit ein paar glitzernden und bunten Weihnachtsdekorationen selbst aufzubessern!
Hier ein paar Inspirationen für alle Weihnachtsfans unter Euch!

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Beobachteter Alltag_Neulich am Osterbrunnen von Oberstadion…

Oberstadion, Osterbrunnen

Oberstadion, Osterbrunnen

„Vom Eise befreit sind Strom und Bäche…“ Würde der gute alte Goethe seinen Osterspaziergang heute schreiben, er würde wohl weniger über die unbestrittenen Reize von Mutter Natur, sondern über die strömenden Massen pastellgetönter FrührentnerInnen auf Osterbrunnentour schreiben. Zwar weiß der informierte Geist längst, dass die neuerdings allüberall zur Osterzeit aus dem Boden schießenden grellbunten Gebilde, samt ihrer 10, 20 oder gar 30tausend „garantiert handgemalten Ostereier“ definitiv nichts, aber auch garnichts mit den seit Weinhold immer wieder gern zitierten, angeblichen „urgermanischen“ Quellen- und Fruchtbarkeitskulten zu tun haben, sondern der geschickten Marketingidee und dem Geschäftsgeist einiger oberfränkischer Gemeinden, welche kurz nach dem 1. Weltkrieg für ihren darniederliegenden „Fränkischen Schweiz Tourismus“ noch eine Attraktion für die besucherarme Frühjahrszeit brauchten, geschuldet sind – Aber mal ehrlich: welche oberschwäbische, fränkische, rheinländische, italienische oder friesische Landfrau mit „horror vacui-Symptomatik“ und akutem Putz- Schmuckbedürfniss will schon wissen, dass die nette Idee, den bei der missglückten Dorfkernerneuerung in den 1980ern in totschickem Vollsichtbeton ausgeführten „Gemeinschaftsbrunnen“ mit bunten Eiern und Thujagrün zu schmücken nichts anderes als eine sich parasitär ausbreitende Form des Touristenschröpfens ist?

Zugegeben, es gibt weitaus weniger kreative und pittureske Arten des Zeitvertreibs, und im besten Falle schafft der seit den 1990er Jahren europaweit ausgebrochene erbitterte Wettbewerb um den „größten, schönsten, buntesten, authentischsten, liebevollsten und einfach nur prächtigsten“ Osterbrunnen sogar etwas wie „Ästhetische Ersatzbefriedigung“ und „Scheingemeinschaft“ angesichts der tristen Alltagsrealität der längst zu menschenleeren, resopaltürverstärkten Toskana-Kopien mit Tempo-30-Zone verkommenen Vorstadtschlafgemeinden. Anders ausgedrückt: Den Leuten gefällts, Trachtenverein und Landfrauen finden nach der endgültigen Aufgabe des letzten Vollerwerbsbetriebs vor Ort eine neue Form der Daseinsberechtigung, die bereits ausgestorben geglaubte Gattung ländlich-naiver Kleinkunst erlebt einen neuen Besucherboom und auch die örtlichen Busunternehmer und Gastronomen sind glücklich ob der osterbrunnentourismusbedingt sprudenlden Einnahmen.

Dass es dabei gelegentlich zu weng österlich anmutenden Rangeleien um Routenverläufe, gezielte Vernichtungsattacken auf den festlich geschmückten Brunnen der Konkurrenzgemeinde und medialen Totalangriffen auf den ästhetischen Wert des je anderen kommt, dass in manchem „Osterbrunnenclub“ statt dörflicher Gemeinschaft längst kleinstdöftlicher Geltungswahn und Gitantismus Einzug gehalten haben, und dass so mancher Gemeinderat unter dem Vorwahnd drohender Osterbrunnenschändung nonchalant  27.000 Euro für die 24-h-Totalüberwachung  „ihres“ Osterbrunnens genehmigt, eine Osterbrunnensicherheitswacht ins Leben gerufen, und damit auch gleich auf elegante Weise das Problem der vorgeblich „die Dörfliche Idylle schädigenden komasaufenden Dorfjugend“ und angeblich „scharenweise einfallenden ortsfremden Klau-Romabanden“ angegangen zu haben glaubt, dass Hinterburgtrellingsfurth im letzten Jahr vielleicht doch noch einen größeren Osterbrunnen als wir hatten und somit unser Eintrag im Guinessbuch der kuriosen Dorfrekorde gebrochen wurde…Ja gottverdammt nocheinmal: Irgendwas muss man ja immer zu reden, zu tun und zu motzen haben, sonst wär das Leben ja nicht mehr lebenswert!

Und überhaupt: Der Osterbrunnenbesuch: Da wird possiert, fokussiert, schwadroniert, fabuliert, beurteilt, bekrittelt, bewundert und gleich noch gemütlich bei Kaffe und Kurchen munter über den Unterschied eines auf ein Wachtelei getuschten Vaterunsers zum mit Eisvögeln verzierten Straußenei debattiert. Für die oft abgelegenen und den Rest des Jahres von akuter Verödung bedrohten Kleinstgemeinden ist der österliche Besucherandrang ein Segen, für die aus dem aktiven Berufsleben und damit meist auch aus ihrem gewohnten sozialen Umfeld ausgeschiedenen RentnerInnen ebenfalls „weil man halt mal wieder unter die Leut kommt“. Der Osterbrunnen als kombinierte Dorfrevitalisierung, Gewerbesteuersteigerung und Beschäftigungstherapie in einem eben…Wenn bei diesem hären Zweck schon mal eine jahrunderte Streuobstwiese oder ein baufälliges Schloss dem für genau 2 Wochen im Jahr genutzten, überdimmensionierten Reisebusparkplatz in Lochsteinoptik weichen muss. Hony sois qui mal y pense!
Und mal ehrlich, lieben wir nicht alle unser Jesusmosaik aus 12000 mundausgeblasenen und von den letzten Kindergartenkindern bemalten Wachteleiern, oder die aus je 13000 liebevoll mit Zweibelschalensud besprenkelten Bio-Freiland-Eiern zusammengesetzten Schafe, Hühner, Weltkugeln oder Schmucktorbögen? Quetschen wir uns nicht gerne durch überhitzte und vollkommen überfüllte Ostereiausstellungen, in denen wir mit politisch nicht ganz korrekten Massaiszenen bemalte Straußeneier als Remineszenz an die letzte Afrikasafari unserer 82-jährigen Nachbarin bestaunen können? Und genießen wir danach nicht alle die selbstgebackenen Käsekuchen der Landfrauen Hinterstreußlingen? und ja…planen wir nicht alle nach einem solchen Highlight für unsere eigene Dorfmitte, den eigenen Vorgarten oder auch nur das eigene kleine Zimmer im Altersheim unseren eigenen, noch schöneren, größeren und besseren Osterbrunnen?

Was würden wir denn mit unseren Sonntag-Nachmittagen anfangen, wenn nicht gnädige Reisebusunternehmer auf die Idee gekommen wären sämtliche 423 Osterbrunnen Nordostmittel und Unterfrankens in ihr Rund-um-Heizdecken-Sorglosprogram aufzunehmen? Und wo wäre die abendländische Kultur heute ohne mit Zahnarztbohrern gravierte Taubeneier mit eingebauter Spieluhr und Plastikmaus mit LED-beleuchteten Äuglein?

„A kleins bissle Kitsch isch’s ja scho, aber, s’isch hald au emmr wieadr sooooo scheee, ond erschd dui vieale Arbät die dô drinn schdeggd. Oifach schea halt, ônd dr Kuacha isch au guad dohanna!…“

Besser als diese Besucherin des Oberstadion’schen Osterbrunnens  kann man das Erlebnis „Osterbrunnen“ einfach nicht zusammenfassen – und dass dieser Osterbrunnenstandort geschickterweise neben Kafee und Kuchen gleich auch noch die Kombi-Karte für den Besuch der Ostereier- UND Krippenausstellung anbietet – Wenn man schon was macht, dann ordentlich – Stillstand bedeutet Rückschritt!

Fuck the LED! _oder: Warum ich ab heute bekennender Leuchtmittelrassist bin!

LED

 

 

 

Ja, ich habe es mal wieder getan: Ich habe mich in eine dieser superteuren ökobesiegelten LED-Glühbirnen verliebt!

Und ja, ich hätte es besser wissen müssen!

Nachdem bereits der letzte LED-Birnenkauf vor über drei Jahren in ein absolutes Desaster ausgeartet ist, und sich meine Wohnung dank des kleinen Lämpchen-Teufels in eine Art schlecht beleuchteten Autopsiesaal verwandelt hatte, hätte ich einfach aus Schaden klug werden und meiner zarten Liebesbeziehung mit einem Ding Namens LED endgültig den Laufpass geben sollen

Es fiel mir einfach verdammt schwer, so ein Ding mit dem Gemütlichkeitsfaktor null wirklich lieb zu haben. Vieleicht habe ich es aber auch nur falsch verstanden: Vielleicht sind drei gleißendweiße Punkte mit Regenbogenfarbeinfassung und permanentes Flackern in der Welt der LEDs ja der absolute und ultimativste aller Liebesbeweise!

Trotzdem – wenn auch schweren Herzens und nach langem Hadern mit meinem ökologischem Gewissen –  habe ich das freundlich blinkende LED wieder herausgeschraubt und mein inzestuöses Dauerverhältnis mit seinen beiden Geschwistern Glühbirne und Halogen fortgesetzt. Es ging einfach nicht gut zwischen uns, die interkulturellen Unterschiede waren einfach unüberbrückbar – Ich war LED-Geschädigter und habe ich mir in diesem schicksalsschwangeren Augenblick geschworen, dass nie wieder ein LED mein Herz erobern würde!

Aber der Mensch ist nuneinmal von Natur aus ein lernfähiges Wesen und lässt sich nur allzuleicht bequatschen. Und da nunmal meine sämtlichen umweltbewussten Bekannten Stein und Bein schworen, dass der Integrationsprozess der  LEDs in die Wohnumwelt eines durchschnittlichen Mitteleuropäers inzwischen weit fortgeschritten sei und die kleinen Tausendsassas inzwischen sogar etwas wie „warmes weiß“ produzieren könnten, habe ich meine Vorurteile und Stereotype überwunden und war heute wieder im Lampenladen.

Eingedenk des Clash of Habitate-Cultures bei meiner ersten Begegnung mit dem Stamm der Leuchtdioden, habe ich den Verkäufer ausdrücklich darauf hingewiesen, dass ich etwas ähnliches wie einen Kienspan suche, vielleicht etwas heller – in meinem Alter muss man seine Erwartungen an Beleuchtungsmittel einfach etwas herunterschrauben, schließlich ist man selbst kein ganz taufrisches Gemüse mehr…

Das 19-jährige Jungverkaufstalent schilderte mir daraufhin in den allerbuntesten Farben, dass die LED-Technik ja unser aller Zukunft und sie überhaupt und sowieso das Non-plus-Ultra moderner Beleuchtungstechnik sei und mir angesichts der beinahe unendlichen Lebensdauer der Birnen eine geradezu atemberaubende Stromerspaarnis bevorstünde, die sicherlich ausreichen würde um mir davon meine Altersvorsorge finanzieren zu können. Ich willigte ein, und kaufte mit eine neue light-emitting diode.

Nun, entweder das aufstrebende Jungtalent aus der Elektronikbranche wusste nicht was ein Kienspan ist (meine Schuld, man sollte nie unterschätzen, was die heutige Generation von Turbo-Abiturienten alles nicht mehr lernt) oder er bekommt eine saftige Sonderprovision für jedes verkaufte LED-Birnlein. Sei es wie es mag; kaum hatte ich die kleine Diode ihrer grünen (sic!) Plastikverpackung entkleidet, sie zärtlich in die für sie vorgesehene Lampenfassung geschraubt und vorsichtig den Kippschalter betätigt erlebte ich einen erneuten Komplett-Clash!

Um es kurz zu machen: Zwar scheinen es die hochbezahlten Beleuchtungsmittel-Ingenieure inzwischen hinzubekommen, dass ihre Linsen des Todes etwas  ähnliches wie ein schmutziges Gelb-Orange produzieren: ja sie haben sogar eine garantiert lasergeprüfte Linsenoptik eingebaut, die die hierfür eingesetzten Farbtöne allesamt wieder in ihre Einzelbestandteile zerlegt; und auch mein heißgeliebtes Neonweiß ist wieder dabei; Aber sollte es nicht so sein, dass der Hauptstrahl des Lichts sich in der Mitte des Lichtkegels konzentriert und Nicht am Rand? Was macht es da noch, dass auch die Halo-Kreise der ersten Birnengeneration aus Traditionsgründen beibehalten wurden, und sich dank der hochmodernen Linsentechnik  gleich vervielfacht haben!

Kurz, auch LED-Birnen haben ein Lebensrecht, jedenfalls bei jenen, die seltsame Kringel und Streifen nicht stören und die darauf verzichten können, dass die untere Hälfte des normalen Lichtkegels einer Glühbirne zugunsten einer überdimmensionierten Fassung fehlt.

Für den konservativen Leuchtmittelnutzer, der in LEDs kein Multifunktionsinstrumend der Selbstkasteiung, sondern lediglich den Ersatz für eine alte Glühbirne in seiner Schreibtischlampe sieht – sind Leuchtdiodenbirnen leider vollkommen ungeeignet!

Daher mein Fazit: Fuck the Umwelt! Ich bleibe Leuchtmittelrassist und kehre reumütig zurück zu Kienspan, Teelicht und Glühbirne! Die sind zwar vielleicht nicht ganz so CO2-Neutral, aber wenigstens kann ich ohne einen schweren Augenschaden oder eine LSD-ähnliche Bewusstseinsstörung zu bekommen weiter lesen!

 

Adventskalender 2014 – 9. Türchen – Als Jesus zur Hölle fuhr und warum die Vertreibung von Adam und Eva dran schuld ist, dass wir heute unsere Wohnungen mit Christbäumen, Adventskränzen und Weihnachtskrippen vollstellen

Adventskalender 2014 (8)

Fränkischer Paradiesbaum, Detail

…und schon gespannt, was es mit dem seltsamen Detail eines „Paradiesbaums“ hinter dem 2. Türchen dieses Adventskalenders auf sich hatte?

Nun, die Sache ist eigentlich ganz einfach – oder sollte man besser sagen war einfach. Bis vor wenigen Jahren war es jedem ordentlichen katholischen Kirchgänger nämlich klar, dass am 24. Dezember nicht nur der Heilige Abend gefeiert wurde, sondern auch der Gedenktag für Adam und Eva – oder anders ausgedrückt – der Paradiestag bzw. -abend gefeiert wurde.

In christlicher Logik bedeutete dies nicht mehr und nicht weniger, dass die durch Adam und Eva verkörperte und ob ihre Neugier und Hybris*1 aus dem Paradies verbannte Menschheit durch das an Weihnachten auf die Erde gekommene Christkind (das auch ganz gerne mal als Jesus bzw. „der neue Adam“ bezeichnet wird) ihre Sünden vergeben bekommt und somit wieder ins Paradies aufgenommen wird – allerdings erst postum, also nach dem Durchleben des Irdischen Jammertals…

Da man sich darüber aber zu allen Zeiten nie so ganz sicher war – schließlich ist, Adam und Eva einmal ausgeschlossen, noch keiner aus dem Paradies zurückgekommen – ist es kein Wunder, dass sich die noch tiefstgläubigen Menschen des Mittelalters und der Frühen Neuzeit inmitten ihres jämmerlichen Erdendaseins sicherheitshalber schon einmal einen kleinen Vorschuss auf den verheißenen Garten Eden gönnen wollten. Und wann sollte man das besser tun, als an dem Tag, an dem – wie es so schön in einem alten Weihnachtslied heißt – Christus wieder die Tür zum Paradies aufstößt?

Also begannen die Menschen damit zu Weihnachten kleine Szenen aus dem Paradies aufzuführen – da lag dann der Löwe neben dem Lamm und der Wolf hatte keinerlei Appetit auf das frische Zicklein und mittendrinn und darüber stand ein kleines Paradiesbäumchen an dem selbstverständlich auch die Frucht der Erkenntnis – in Gestalt eines besonders rotbackigen Apfels hing!

Adam und Eva ließen den Herrgott derweil einen guten Mann sein – dumm nur, dass das der mit reichlich Special Effects gewürzten Highlights dieser Aufführungen grundsätzlich der Sündenfall und die Vertreibung aus dem Paradies waren – aber so stands nunmal im Biblischen Drehbuch (s.o.). Wenn man Glück und die Kirchgemeinde das nötige Kleingeld und Sitzfleisch besaß folgte auf diesen ersten Akt noch ein zweiter – das Krippenspiel, mit der Geburt des Erlösenden Jesusbuzzales, und manchmal – wenn man nicht bis Ostern warten, oder die Gemeinde besonders fromm und reich war, folgte noch ein dritter Teil: Die Auferstehung bzw. Kreuzigung und Auferstehung und wenn man ganz viel Glück hatte, die Apokalypse und der Jüngste Tag samt Weltgericht – Kurz, das volle Programm vom Anfang der Zeit bis an das Ende aller Tage!

Dazwischen – also zwischen Kreuzigung und Auferstehung , sah das Biblische Drehbuch aber noch einen kleinen Zwischenakt vor, den wir – abgesehen von ein paar Theologen und Kunsthistorikern – heute völlig aus unserem Gedächtnis gestrichen haben: Den Abstieg Jesu in die Hölle!

Ja richtig gehört! Jesus, diese Mischung aus Joschka Fischer und Rambo, hatte nach seinem frühen Tod am Kreuz nix besseres zu tun als auf direktem Wege zur Hölle zu fahren! Natürlich blieb er nicht dort, sondern – ganz Gutmensch und Gott – jagte er Höllenhunde und Monster dahin wo sie hingehörten, sprengte die Tore der Hölle und: Befreite Adam und Eva samt allen anderen Armen Sündern, Aposteln und Heiligen aus der Hölle. Und weil er eh grad auf dem Weg zur Wiedervereinigung mit Gottvater und Heiligem Geist war nahm er die ganze heilige Mischpoke gleich mit und lieferte sie prompt im Paradies ab…

Kein Wunder auch, dass diese Spielchen mit reichlich Action und Knalleffekten auch der offiziellen Kirche gefielen und sie sie als festen Bestandteil in ihr Jahresprogramm aufnahm – schließlich braucht jeder etwas Werbung.

Weil’s aber um Weihnachten meist ziemlich eisigen war, und nicht jeder Lust und Zeit hatte sich stundenlang „Jesus und seine Freunde“ als mittelalterliche Laienspiel-Soap-Opera mit fünfzehnhundert Fortsetzungen live auf dem ziemlich zugigen und kalten Kirchvorplatz anzusehen, kamen die Menschen irgendwann auf die Idee, dass man das ganze doch auch – und das meine ich jetzt sehr wörtlich – eine Nummer kleiner zum einpacken und aufstellen für zu Hause haben könnte. Und so kam es, dass sie sich im Wohnzimmer (na ja, das war damals noch nicht erfunden, also eher in dem All-inclusive-Raum, den die durchschnittliche mittelalterliche Ein-Raum Hütte bot) einen kleinen Paradiesbaum an die Decke hängten (der erst viel, viel später zum „Weihnachtsbaum“ wurde) mit Adam und Eva und allen möglichen Tieren aufstellten, oder besser gesagt, an der Decke aufzuhängen, denn wie gesagt, mittelalterliche Ein-Raum-Hütten waren recht klein…aber irgendwo musste man bei der Dekoration des Eigenheims ja anfangen.

Und natürlich gefiel auch das der Kirche – didaktisch waren die Brüder schon immer auf der Höhe der Zeit – jedenfalls bis zum Zweiten Vatikanum, als sie plötzlich anfingen Deutsch zu reden, jeder plötzlich verstand was der Herr Pfarrer für einen Stuss zusammenfaselte und dann auch noch am Goldbrokat und am Weihrauch gespaart wurde…Vielleicht hatte der letzte Papst (Ich meine den Ratzinger Bene aus Marktl am Inn) ja doch recht, als er das wieder rückgängig machen wollte…

Da war das Mittelalter und die Frühe Neuzeit besser: damals hatte die Kirche ja solche Sparmaßnamen bekanntlich noch nicht nötig – weil man aber trotzdem nicht jeden Tag eine ganze Schauspielertruppe die permanent das gerade passende Heiligenmartyrium aufführen wollte aushalten mochte (manche geistliche Orden wie Dominikaner und Jesuiten taten das sehr wohl), erfand man auch hier eine Miniaturlösung: Die Weihnachtskripppe…oder besser: die Ganz-Jahres-special-effect-action-Bibel-Heiligenlegenden und sonstige Begebenheiten-Allzeit-Krippe…Wie in manchen Kirchen noch heute, war man praktisch veranlagt, sparte sich die ganze lästige Auf- und Abbauerei des 1000-Teile Dings und stellte, jeweils passend zum gerade angesagten Event im Heiligenkalender, die Himmelfahrt Mariens, die Hochzeit zu Kanaan oder auch mal das Martyrium des heiligen Laurentius dar (das war besonders praktisch, weil Jesus und seine Kumpels irgendwie im Sommer nicht ganz so viele Wunder vollbracht haben…die Hitze in Israel…).

Kurz – Adam und Eva sind schuld, dass wir uns heute einbilden zu Weihnachten einen Christbaum (Mit Äpfeln…oder besser gesagt Christbaumkugeln…irgendwann im 19. Jahrhundert hatten wir es nämlich satt zu Weihnachten jedesmal Unmengen von Bratäpfeln essen zu müssen) und eine ordentliche handgeschnitzte Krippe aus Südtirol, Mexiko oder Afrika haben zu müssen…warum das heut jeder braucht – well daran ist ein anderes Liebespaar namens Vicki und Albert schuld… aber das ist eine andere Geschichte und soll an einem anderen Tag erzählt werden…

…und die Sache mit dem Adventskranz?

Neben dem – heute fast nur noch im Heimatmuseum anzutreffenden – Paradiesbaum gab’s in Altbayern auch noch das sog. „Paradiesl“ eine Art Pyramide aus Stöckchen und vier Äpfeln (seltener auch Drei, wegen der Dreieinigkeit), die statt des Paradiesbaumes an die Decke gehängt wurden und später zu einer Art Vorläufer des Adventskranzes wurden. Wen’s genauer Interessiert kann ja mal unter Wikipedia nachsehen:

http://de.wikipedia.org/wiki/Christbaumschmuck

http://de.wikipedia.org/wiki/Paradeisl

 

*1 Ich meine die Geschichte mit dem Apfel und der Schlange (Genesis 3,1-13; 3, 22-24). Wer will kann das Ganze zusammen mit einer hinreißend wundervollen Darstellung der Episode von Michelangelo an der Decke der Sixtinischen Kapelle hier nachlesen: http://mv.vatican.va/6_DE/pages/x-Schede/CSNs/CSNs_V_StCentr_04.html.

Adventskalener 2014 – 7. Türchen – Von russischen Mütterchen und warum ihr Ineinanderpassen immer auch ein Qualitätsmerkmal ist…

Klassische Matrijoschka

Klassische Matrijoschka

Es dürfte kaum ein Wohnzimmer, einen Kellerschrank oder einen Dachboden geben, wo sie heute nicht mehr zu finden sind, die kleinen, rundlichen, stets fröhlich dreinblickenden Matrioschkas. Die in Deutschland auch unter dem liebevollen Pseudonym „Babutschkas“ (Omachen) bekannten Holzpuppen gelten dabei im Westen geradezu als Inbegriff und Metapher russischer Kultur und der großen „russischen Seele“, aber auch ihrer Abgründe und Undurchschaubarkeit.

Es mag daher die meisten überraschen, dass die zumeist aus Linden oder Birken- seltener auch aus Nadelbaumholz gefertigten, bunt bemalten und ineinander schachtelbaren Puppen erst auf eine gerade einmal etwas mehr als 120-jährige Geschichte zurückblicken können.

Die ersten Matrioschkas wurden um 1890 gemeinsam vom Holzschnitzer und Drechsler Wassili Swjosditschkin und Maler Sergei Maljutin nach dem Vorbild japanischer Fukurokuju-Puppen gefertigt und hatten die typische stark farbige (oft rote, das alt-russische Adjektiv „красный“ (krasny) bedeuteteursprünglich sowohl „rot“ als auch „schön“) und reich bestickten Kleidung russischer Bäuerinnen, den Sarafan, zum Vorbild.

Rasch erlangten die kleinen und leicht zu transportierenden Puppen große Beliebtheit als Souvenir. Auch wurden ihnen bald nach ihrer Erfindung in ihrem Heimatland talismanische und fruchtbarkeitsfördernde Eigenschaften zugeschrieben. Hierbei wurde die äußerste Figur als Mutter, die kleineren Figuren als – gewünschte – Kinderschar interpretiert. Daneben etablierten sich bereits früh männliche Varianten, welchen die „männlichen“ Eigenschaften Wehrhaftigkeit, Fleiß und Kriegerische Tugenden zugeschrieben wurden. Im Deutschland hingegen gelten sie zumeist als nettes Souvenir und werden dort häufig auch und gerade zur Weihnachtszeit gemeinsam mit Nussknacker und anderen Produkten aus dem Erzgebirge als Weihnachtsdekoration aufgestellt – nicht zuletzt ein inzwischen gesamtdeutsch gewordenes Erbe aus der ehemaligen DDR, in der die Matrijoschkas aufgrund der engen Kontakte zur UDSSR und zu sowjetischen Besatzungssoldaten, die diese gerne als Geschenke an die Ostdeutsche Bevölkerung verschenkten besonders weit verbreitet waren.

Wie beliebt die kleinen Puppen auch außerhalb Russlands wurden zeigt sich an den zahlreichen, teils irrtümlichen Ableitungen und Bezeichnungen in unterschiedlichsten Landessprachen. Ging der Name Matrjoschka ursprünglich auf den häufigen russischen Vornamen weiblichen Namen „Matrjona“ (abgeleitet aus dem lateinischen matrona) zurück, kam es aufgrund der den Figuren zugeschriebenen Eigenschaften der Fruchtbarkeit und Mütterlichkeit schnell zu „Neu-„ und „Uminterpretationen“. So bürgerte sich im deutschsprachigen Raum die Bezeichnung Babuschka oder Babutschka (von russisch „Oma“ oder „Großmütterchen“) ein. In den Gebieten der ehemaligen Habsburgermonarchie bürgerte sich hingegen der Name „Piroschka“ (von ungarisch: piros, bzw. piroska = rot bzw. kleine Rote, häufiger Frauenname, zugleich die ungarische Bezeichnung für Rotkäppchen) ein. Auch die von der russischen Bezeichnungen „Mütterchen“ abgeleitete Bezeichnung „Mammutschka“ ist v.a. im deutschsprachigen Raum üblich.

Mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion erweiterte sich in den 1990er Jahren das Formenrepertoire der Matrjoschkas deutlich. Neben die traditionellen Formen traten satirische Darstellungen von Politikern, (v.a. Lenin, Stalin, Krustschov, Gorbatschow, Jeltzin und Putin), Zaren und Heiligen, häufig als „historische Ahnenreihe“.  Auch etablieren sich in letzter Zeit zunehmend „anlassbezogene“ Matrijoschkas, oder solche, die Motive aus Märchen und beliebten Zeichentrickserien oder Werbemotive aufnehmen. So stehen Weihnachtsmannmatrioschkas neben Stalin, klassische russische Mütterchen neben Pinups, Heilige neben Disneyfiguren.

Die wichtigsten Herstellungsregionen der Matrjoschkas liegen heute um Nischni Nowgorod, Moskau und Kirow. Wurden ursprünglich lediglich 3-, 5-, 7- und 10-teilige Figuren erzeugt, sind heute auch 13-, 15- und 20-teiliger (und noch größere) Figuren üblich. Da die Figuren meist von Innen nach Außen hergestellt werden, ist die Ähnlichkeit der Figuren und deren gutes Ineinanderpassen ein wesentliches Qualitätsmerkmal.

Adventskalender 2014 – 5. Türchen – Warum in meiner Krippe Affen, Schildkröten und ein wilder Eber hausen…

Peruanische Weihnachtskrippe

Peruanische Weihnachtskrippe

Wisst ihr noch, wie es damals am heiligen Abend war, als man mit vier oder fünf Jahren noch an das Christkind und/oder den Weihnachtsmann glaubte und es garnicht erwarten konnte bis endlich ein kleines Glöcklein erklang und man in das Zimmer mit dem Chrisbaum und der Krippe durfte?
Eigendlich hatten sich meine Eltern ausgedacht, dass wir Kinder in der Woche vor Weihnachten überhaupt nicht ins Wohnzimmer sollten, weil dort angeblich das Christkind dabei war den Weihnachtsbaum zu schmücken und – viel wichtiger – unsere Geschenke einzupacken, und wenn wir es dabei stören würden, würde es nichts geben…well so ganz geglaubt haben ich und mein Bruder das glaube ich damals schon nicht, schließlich waren wir nicht auf den Kopf gefallen (na ja, mein Bruder manchmal schon, aber das ist eine andere Geschichte und hat viel mit Obstbäumen und Skifahren ohne wirklich Bremsen zu können zu tun) und konnten uns halbwegs ausrechnen, dass der Christbaum vom Chrisbaumverkauf und die vielen Bunden Geschenke vom Weihnachtsmarkt nicht von irgendwelchen Engeln auf die Autodächer geschnallt und in den Kofferaum gelegt wurden und nach Hause gefahren wurden…

Trotzdem trotteten wir bis weit in die Grundschulzeit hinein jedes Jahr brav hinter meinen Großeltern in den damals noch tief verschneiten Wald und positionierten unsere Wunschzettel ans Christkind in einem Vogelhäuschen, dass rein zufällig nur wenige dutzend Meter vom Waldrand entfernt über der Lieblingsbank meines Großvaters hing.

Nebenbei gesagt war mein Großvater – wie übrigens auch unsere Kindergartentanten und Grundschullehrerinnen – nicht ganz unschuldig, dass wir schon ziemlich früh nicht mehr so ganz an die Geschichte mit dem Christkind und dem Weihnachtsmann glaubten*.

Grund dafür war, dass alle eine ausgeprägte Vorliebe dafür teilten, irgendwelche kleineren oder größeren Krippen zu basteln. Erst aus Papier und mit Fingerfarben, dann durften wir unsere ersten Tonkrippenfiguren kneten (das meine ich jetzt ganz wortwörtlich) und als diese dann fertig gebrannt und bemalt waren brauchten die natürlich auch eine echt schwäbische Krippe mit Stall und allem sonstigen Bremborium (das ist vermutlich der Grund, weshalb zwar Maria und Josef mitsamt dem Jesuskindlein und einem Schaf heute hart gebrannt sind, Ochs und Esel, der Hirte, die restlichen Schafe, ein Hund und vor allem die heiligen Drei Könige aber nicht – was heißt, dass diese im Laufe der Jahre x-mal geklebt werden mussten).

Wirklich ins Grübeln gebracht hat uns aber die Mammutaufgabe des Krippenbaus, derer sich selbstverständlich mein Großvater mitsamt seiner ziemlich Umfangreichen Werkstatt im Ölkeller annahm. Eigentlich durften wir da ja nicht rein…wegen der Explosionsgefahr…und wer uns zwei Racker kannte, der weiß dass wir durchaus auch auf die Idee hätten kommen können versuchsweise auszuprobieren ob man den Öltank nicht mit der Bohrmaschine, der Flex, oder dem Stemmeisen aufbekommt…Well, ich und mein Bruder leben noch, ich nehme also an, dass wir das nicht wirklich ernsthaft ausprobiert haben…

Kurz, es wurde geschnitzt, genagelt, geschraubt, kleine Schuppen von Fichtenzapfen als Dachziegel aufgeklebt und gemalt…Und tatsächlich wurde das Meisterwerk, wenn auch erst zwei Jahre später,  tatsächlich vollendet – Inklusive Riesenbatterie und winziger Laterne mit noch winzigeren Birnchen. Dass das Ganze ein wenig zu klein für die Tonfiguren ausgefallen ist, liegt ganz bestimmt nicht drann, dass sich mein Großvater eventuell vermessen hat…das war eindeutig das Christkind, das, weil mein Bruder und ich immer ins Weihnachtszimmer geschlichen sind und die dort aufbewahrten Weihnachtsbrötchen gegessen haben, zur Strafe unsere Krippe geschrumpft hat!.

Ja, und da steht sie nun, neben unseren 5 anderen Krippen (inzwischen haben wir glaub noch mehr, wenn man die in divesen  Streichholzschachteln, Kürbissen, Glaskugeln etc. mitzählt…)…Ich werd sie auch dieses Jahr wieder bei meinen Eltern aufbauen, vorrausgesetzt es findet sich noch ein Plätzchen…

Jahre später – ich hatte gerade zu studieren begonnen – habe ich dann zufälligerweise ein Gespräch zweier Verkäuferinnen im Dritte Welt Laden (der hieß damals wirklich noch so) angehört. Sie hatten ein garnicht so kleines Problem: Irgendeine ihrer gutmeinenden Kolleginnen hatte nämlich eine das gesamte linke Schaufenster ausfüllende Peruanische Krippenszene aus ca. 30 cm hohen Tonfiguren zum weiterverkauf erstanden…und die blockierte jetzt schon seit über 4 Jahren zu jedem Weihnachtsfest das Schaufenster, weil sie niemand kaufen wollte. Die Krippe hatte nämlich zwei Probleme: a) war sie fürchterlich teuer und b) sah sie einfach überhaupt nicht so aus, wie ein normaler oberfränkischer Käufer sich eine Krippe vorstellt. Es gab zwar einen Engel, aber der fasste sich an die Brüste, Maria und Josef und ein Esel waren mit Müh und Not auch noch irgendwie am Hirtenstab den Zöpfen und den Langen Ohren zu erkennen, aber der Rest? Irgendwie waren die Heiligen Drei Könige und Hirten zu kleinen Inkas mutiert, die Fische, Chilischoten, Bananen, Schildkröten und sogar Affen anschleppten. Am schlimmsten aber war, dass der Ochse, dieses vertraute dummtreue Tier aus der oberammergauer Hirtenidylle aus unerfindlichen Gründen zu einem fetten, grimmig dreinblickenden Eber mit riesigen Stoßzähnen mutiert war. Das mag ja in Peru so üblich sein, aber unter dem eigenen Christbaum wollte das ganz offensichtlich kein Bamberger haben…

…und so stand sie nun da, die peruanische Monsterkrippe, und stand, und stand und stand…Nach der Lautstärke ihres Gesprächs war es den Verkäuferinnen im Jahr als ich zu studieren anfing offensichtlich endgültig zu bunt geworden und sie beschlossen, während ich nach biologischdynamischsozialgerechter Schokolade suchte, dass Ding loszuwerden – egal zu welchem Preis!

Als Schwabe mit einem ausgesprochenen Faible für kuriose Krippendarstellungen habe ich mir das natürlich nicht zweimal sagen lassen – und ganz beiläufig gemeint, dass ich sie – aus reiner Herzensgüte – für einen Fünfziger von dem Ding erlösen würde…Das war ungefähr ein fünftel dessen, was die Krippe eigentlich kosten sollte und ehrlichgesagt nicht ganz ernst gemeint.

Und dann geschah das Wunder: Offensichtlich hatten die Verkäuferinnen nicht damit gerechnet die Krippe des Schreckens – wie sie in Bamberger Gutmenschenkreisen inzwischen hieß – jemals wieder loszuwerden, schon garnicht für Geld…und sie fingen an zu jauchzen und zu jubilieren, mich als ihren Retter zu preisen und eine Geschäftigkeit zu entwickeln, wie sie selbst die Himmlischen Heerscharen beim großen Gloria in excelsis nicht entwickelt haben…Da wurde eingepackt und verstaut, nach Bananenkisten gesucht und ganz schnell die Kasse aufgeschlossen und kassiert, bevor der Verrückte der sich ernsthaft eine Peruanische Horrorkrippe unter den Christbaum stellen wollte es sich doch noch im letzten Augenblick anders überlegt hat…Ja ich krigte meine Tafel Schokolade sogar noch umsonst obendrauf und eine Gratisprobe Apfelsinen aus Equador gabs auch noch obendrauf!

Uns so stehen sie nun seit Jahren bei mir, die wackeren kleinen Peruaner mit ihren Affen, Schildkröten, Fischen, Chilischoten, dem Monsterschwein und dem sich vor lauter weihnachtlicher Wonne an die Brüste greifenden Engel.

Ich mag sie – und manche Gäste sind, nachdem sie sich nach dem ersten Schreck wieder eingekriegt haben, sogar ein bisschen neidisch, dass ich eine so ungewöhnliche, große und teure Krippe mein Eigen nenne…

 

*Wir haben aber trotzdem mitgespielt, schließlich machte das unseren Eltern einen Heidenspaß uns angeblich an der Nase herumzuführen – und warum soll man den den Erwachsenen als Kind nicht auch mal gönnen.

Adventskalender 2014 – 4. Türchen – Knospen zu Barbara oder wie ich totsicher die Lottozahlen voraussage ;-) (Aus dem Archiv)

Barbarazweige

Vermutlich fragen sich nicht nur Kulturwissenschaftler wie ich, wie es die Leut früher fertig gebracht haben, all die Weihnachtsbräuche in ihrem Blackberry unterzubringen?

Nicht nur, dass man ab Ende August voll mit Lebkuchen- und Plätzchenbacken ausgelastet war, nein, es mussten auch noch Martinslaternen gebastelt, Cäcilien-Oden und Bachkantaten geprobt, das Krippenspiel einstudiert, der Nikolausstrumpf genäht, die Stutenkerle gebacken, das Stroh zu Gold gesponnen, Krippenfiguren geschnitzt und Weinachtsgeschenke für sämtliche Freunde, Bekannte, Nachbarn, Patentanten und sonstige Anvewandte und Respektspersonen bis zum 8. Verwandtschaftsgrad gebastelt werden. (Vom nachweihnachtlichen Schrecken des „Christbaumlobens“ will ich hier garnicht erst anfangen).

Trotzdem hatte man irgenwie immer noch genug Zeit um pünktlich am 4. Dezember in den Garten/Wald/zum Gärtner zu gehen um sich einen Bund Forsythien-/Kirsch-/Kastanien/Apfel- etc. Zweige zu holen und sie voller Spannung als Barbarazweige in eine Vase zu stellen. Meistens wurde das dann auch gleich mit der leidigen Pflicht verbunden, 10 Kilo frisches Moos und diverseste Baumschwämme für die Ausgestaltung der diversen Weihnachtskrippen zu besorgen.

Die ganz eifrigen badeten die knospenden Zweige vorher noch in lauwarmem Wasser damit sie auch garantiert ihre zauberkräftigen Orakeleigenschaften entfalteten. Barbarazweige waren für alles vom zukünftigen Ehemann/-frau, die Gestalt der Ehe, des nächsten Jahres, der bevorstehenden Abiprüfung, der Ernte, Vorraussage von Aktienkursen, dem Ablauf von Bauarbeiten oder der Anzahl der Kinder (glücklich/viel=reichblühend, weniger/mäßig glücklich=weniger blühend, katastrophal/Totalverlust und schlimmer=nicht blühend) gut. Wenn man wollte konnte man sogar die Lottozahlen damit weissagen (wie das ging hab ich leider nie richtig gelernt).

Kurz, als eine der 3 Starken Maderln (die anderen zwei sind Katharina mit dem Rad und Magdalena mit dem Wurm) war Barbara (die hat einen Turm) gut für alles und jeden. Wenn man dann auch noch an Lucien den Adonisweizen (erzähl ich dann) aussähte konnte absolut nix mehr schiefgehen!

Falls ihr also vorhabt, im nächsten Jahr zu heiraten, ein Haus zu Bauen, drei Tonnen Äpfel zu ernten, Pferdewetten abzuschließen oder einfach nur einen Tip für den Nächsten Euro-Jackpot braucht, Barbarazweige sind das absolut richtige dafür!

Sektglasikebana – Ikebana in the champagne glass

Ikebana in a Champagne glass

Ikebana in the champagne glass

Sektglasikebana

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wie ihr sicher schon gemerkt habt bin ich gerade voll in meiner Narzissenphase!

Hier ein kleiner Tip für alle die sich einmal an der Japanischen Kunst des Ikebana versuchen möchten, denen es aber an geeigneten echt japanischen Utensilien dafür fehlt:

Ikebana im Sektglas!

Hat selbst auf dem kleinsten Schreibtisch Platz, macht keine Probleme mit dem Anschneiden der Pflanzenstängel oder dem Hineinprfiemeln in obskure Steckmassen, ist in zwei Minuten fertig und die ganze Pflanze kommt optimal zur Geltung.

PS: Außerdem sieht man hier ganz genau, wenn die Blümchen wieder mal Wasser brauchen!

As you may already have noticed I’m just completely in my „daffodil-phase“!

Here’s a little tip for all of you, who want to take a try on the traditional Japanese art of Ikebana, but don’t posess appropriate Japanese utensils:

Ikebana in the champagne glass!

The whole plant comes to it’s best, There’s place for it even on the smallest desk, it causes no problems with cutting of the stems or complicated pricking into obscure floral-foams. And the best: It’s finished in less then two minutes!

PS: Also, you can see exactly when the flowers once again need some water!