Blutige Straßenschilder – oder: Bastelstunde für „besorgte“ Helicoptereltern

Wer kennt sie nicht, die „besorgten“ Helicoptereltern, die hornissengleich und auf der nimmermüden Suche nach dem nächsten Sexualstraftäter um die selbstverständlich mit UV- und mobilfunkstrahlenabwehrenden Designersonnenbrillen aus fairem Handel bestückten Köpfchen von Klein Emma-Luise und Luca-Fynn schwirren.

Dass diese hochinvasive Spezies Mensch in ihrem, an fundamentalistische Gotteskrieger erinnernden, schrankenlosen Kampfeinsatz für’s eigene Kind,  Colateralschäden an der Nötigungsgrenze zur Geschmacklosigkeit billigend in Kauf nimmt, fällt aus wutbürgerlicher Akteursperspektive wohl unter den Sammelbegriff „Peanuts“.

Bei allen – trotz allem unermüdlich-elterlichen Einsatzes – „Nichtbetroffenen“ hingegen könnte, angesichts des unlängst am Bamberger Torschuster gesehenen, gekonnt mit weißem Kabelbinder am elterlichen Marterpfahl der Empörung befestigten, und in stundenlanger Handarbeit liebevollst eigenblutverzierten „Zusatzstraßenschilds“ zur Bamberger Tempo-30-Zone, denn doch der angelegentlich blasphemische Gedanke aufkommen, dass dieser höchst kreative Ausdruck elterlicher Alltagssorge, dann wohl doch ein „Besorgnis erregender“ Anlass für einen erkenntniserweiternden Ausflug zur einen Hügel weiter gelegenenen Neurologischen Ambulanz darstellen könnte…

Aber wie gesagt, diese der allüberall in Kindergärten, Schulen und Universitäten, und sogar in so renomierten Publikationen wie der Bildzeitung propagierten reinen elterlichen Besorgnislehre in höchst ketzerischer Weise wiedersprechenden Gedanken, sie können wirklich nur von einem vollkommen vom rechten Glauben abgefallenen „Nichtelternschaftsbetroffenen“ stammen…

Shocking sign

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