Tücken der Alltagstechnik I _ Warum Bügeleisen potentiell tödliche Waffen sind…

BügeleisentotBügeleisen sind grausame Wesen. Nicht nur, dass sie alles plattmachen, nein, passt man nicht auf, verbrennt man sich an ihnen – der Verdacht, dass die Dampffunktion bei einigen Herstellern einzig und allein dazu erfunden wurde, um tödliche Verbrühungen hervorzurufen liegt nahe – darüber hinaus verfügt die Spezies des gewöhnlichen Bügeleisens noch über eine weitere, häufig unterschätze Waffe: Das stoffumantelte Kabel! Nein, ich rede nun nicht von irgendwelchen dubiosen Modellen aus dem Billig-Billigst-Shop deren CE Markierung man getrost als „phantasievoll“ einstufen darf und die einen nach zweimaliger Benutzung mit einem rauchenden Feuerwerk samt zugehörigen kräftigen Stromstößen beglücken, nein, ich meine das ganz normale Ding vom sündteuren Prämiumhersteller!

Ich weiß nicht, ob es außer mir noch jemandem so geht, aber die Einsteckbuchsen gewöhnlicher Bügeleisen haben grundsätzlich genau die Größe und Form, dass sie – sofern man auf sie tritt, und man tritt immer auf sie – den maximalmöglichen Schaden an Gelenken, Sehnen und Knochen meines rechten Fußes anrichten. Darüber hinaus verwickeln sich diese textilummantelten Mordwaffen stets ganz genau so, dass ein Kabelbruch oder ein sich darin erhängen absolut unvermeidlich sind – Von der ebenfalls unvermeidlichen Überschwemmung meiner Wohnung beim Versuch des Nachfüllens des Dampfbehälters mit destilliertem Wasser aufgrund der grundsätzlich unterdimmensionierten und selbstverständlich nicht tropffrei herausklappbaren Einfüllöffnung fange ich lieber garnicht erst an!

Wirklich perfekt wird die dampfspeieende Venusfliegenfalle aber erst dann, wenn sie mit einem dieser hypermodernen, 97 Kilo schweren Profi-Bügelstationen mit Kabelhalter kombiniert wird. Nicht nur, dass diese Monstren von Bügelbrett tatsächlich aufgrund ihres Lebendgewichtes „stationär“ d.h. de facto unverrückbar sind. Nein, jegliche Annäherung ist potentiell die letzte, da das Ding entweder mitsamt glühendheißem Bügeleisen unter einem aufgrund der falschen Arrtetierung des Höhenverstellhebels zusammenbricht (und einen unter sich begräbt…), oder aber das bereits erwähnte fieße Stoffmantelkabel aus seiner an einem flexiblen Stahldraht mit ergonomisch geformtem Plastikabschluss flutscht und die ganze Konstruktion qua Zug und Gegenzug zu einer Art professionellem Totschläger werden lässt.

Auch die Miniaturform des klappbaren Reisebügeleisens ist dank ihrer in den letzten Jahren erfolgten Aufrüstung zum 4 Punkte-Einspritz-Dampfomat inzwischen kein bisschen weniger tödlich, zumal sich bei ihrer korrekten Anwendung dank ebenfalls klappbarem Bügelbrett der Leichtbaugattung das Verbrennungs- (und Brandrisiko) in und von Hotelräumen um das 500-fache steigern lässt!

Gendertechnisch könnte man nun mit einem Indonesischen T-Shirt Hersteller sagen: Sie sind eben ein Mann und haben in der korrekten Behandlung von Wäsche keine Erfahrung…nun, nicht ganz richtig, denn ich gehöre nicht zu der Spezies Mann, welche ihre Hemden auch mit 50 noch zu Mutti zum Bügeln bringt und bin verdammt stolz drauf! (Ganz abgesehen davon, dass sich meine Mutter strikt weigern würde und das eh nicht vernünftig hinbekommt…(sie gehört zur: Hemden-gehören-in-die-Reinigung-Fraktion-der-gehobene-Mittelschicht-Vorortfeministinnen!).

Kurz, ich bügle selber und fordere hiermit alle Hersteller von Plätteisen dazu auf, endlich weniger tödliche Modelle mit einem Minimum an Benutzerfreundlichkeit zu entwickeln!

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