When Vampires gleam in the Moonlight or Romance starts to get „Poetic“…

poetic is the new romantic

poetic is the new romantic

It is one of those super-cooled, Northern Europe Sunday evenings, when you know exactly that one’s favorite pub has closed, and you have no desire to continue working on the next earth-shattering volume of poetry / academic paper / art piece to the state of to self-abandonment.

Fridge’s empty, on the table some fading tulips. Since the neighbor cat instead of pats has spring fever in his head and therefore prefers to stay outside, you’ve no choice but to throw yourself in front of the TV and make your decision between a repetition of a documentary about „Hitler and the war“, Carnival in Hessen or a heavy dose of your favorite Soap – preferably American!

Since I’ve already had an as disturbing as onerous overdose of Dresden memorial culture this week, and also do have no desire for more staged slapstick from Kassel, and since I also do cultivate a quite healthy distrust of the Hitler-mania of some Anglo-Saxon documentary channels, my decision was quite clear:

Soap until I’d get sick of it!

Whether it was a wise decision?

Not really. Actually, I should indeed have been accustomed to, but, every time when American helicopter parents try to make their offspring the next Bill Gates during pre-school age via instilling complexes and phobias and rectify their behavior with dignity and respect, my hackles begin to bristle, and I realize how a almost holy wrath starts to get dominance over my guts.

And there they are: The young man, who is forced by his radical-feminist mother (of course, a single parent!) into a therapy for potential rapist during which he has apologize to every of his ex-girlfriends, just because he does not confuse sex with a promise of marriage. There is of cause the innocent teenage girl, who becomes pregnant because she has participated in sex education, which has led her to the path of sinful lust of the flesh. And of course there is no lack of suicidal gay teenagers, who are realizing that their sinful behavior leads them directly into hell and eternal damnation; Cured of their morbid aberration with the help of an exorcist / psychologist they manage to marry a Mormon, get 15 children and end their days in happiness and fear of God …

Admittedly, those examples are brushed on riot, but they are by no means fictitious and yes, they’re unfortunately ubiquitous – especially on German private TV- channels taking over greedily everything that’s hip and trendy in Hollywood since the 1980s.

Why do I instead not visit  one of the few remaining art cinemas, watching some winning film of any European “micro” film festival? Well, I do occasionally, but a) Going to the cinema is terribly costly in time; b) this week really there’s only very strange stuff running; and c) Last week, my projectionist / barceeper of confidence confused me with his enthusiasm about new „special gin offers“ with „special tonic“ for „special customers“ to an amount, that I do not want to have this very special experience repeated again (and yes, I am a non-hipster barbarian, satisfied with a simple sapphire – if in need even a Castelgy … the main thing is, that there’s some cucumber and CINNAMON in it! (or saffron!)) …

Besides … it just has a certain psychopathic charm to listen some teen vampires, while they’re creating brand new pce’s (politically correct expressions) not forgetting to glitter in the moonlight…

One of my latest discoveries in this field is next to the disturbing fact that American undead seem to be all wimps with anorexic evangelical girl-friends, is their peculiar attempt to replace the word „romantic“ with the word „poetic“.

I’m wondering if this “waistcoat pocket” (like we say in Germany) Casanovas alias Soap-Opera-Textwriters are sniffing glue too long, or had to repeat some classes and so got an overdose of „synonym & grammar“ tests…But maybe, It’s just a pc-thing I don’t understand…(may the word „romantic“ could be far to „sexual“ in some biblebelt states?…)

In my world man can may be predisposed poetically in mostly regrettable isolated cases, for example while conferring his romantic feelings for female, male, goat or icecream – but this relationship itself or the feeling associated with it can never ‘poetic’ themself, cause poetry (speech / language) can be poetic, maybe a peace of art (this would already mean to stretch the words original meaning extreamly, cause it’s cloesely connected with the word „poet“ and therefore refers some act of doing „poetry“)…but some sort of behaviour or feeling? Whether I can expect these kind of linguistic correctness of a media genre, whose core business is false pathos? Not really …

Es ist einer dieser unterkühlten, nordeuropäischen Sonntagabende, an denen man ganz genau weiß, dass die eigene Stammkneipe geschlossen hat und man auch keine Lust hat, bis zur Selbstaufgabe am nächsten weltbewegenden Gedichtband/wissenschaftlichen Aufsatz / Kunstwerk weiter zu arbeiten.

Der Kühlschrank ist leer, auf dem Tisch stehen einige vor sich hinwelkende Tulpen. Da auch der Nachbarskater statt Streicheleinheiten Frühlingsgefühle im Kopf hat und deshalb heute lieber draußen bleibt, bleibt einem nichts anderes übrig, als sich vor den Fernsehr zu werfen und eine Entscheidung zwischen der x. Wiederholung einer x-beliebigen Doku über „Hitler and the war“, Karneval in Hessen und einer – möglichst amerikanischen – Soap-Opera zu treffen.
Da ich diese Woche bereits eine ebenso verstörende, wie belastende Überdosis Dresden-Gedenkkultur intus habe, keinerlei Lust auf inszenierten kasselaner Klamauk verspüre und überdies ein gesundes Misstrauen gegenüber der Hitler-Manie mancher angelsächsischer Dokukanäle teile, lautete meine Entscheidung:

Soap satt!
Ob es eine weise Entscheidung war?
Nicht wirklich. Eigentlich sollte ich mich ja inzwischen daran gewöhnt haben, aber jedes mal, wenn amerikanische Helikoptereltern in ihrem Bemühen aus ihrem Nachwuchs den nächsten Bill Gates zu machen bereits im Vorschulalter damit beginnen ihren Kindern Komplexe und Phobien einimpfen und das dann auch noch mit Achtung und Respekt begründen, stehen mir noch immer die Nackenhaare zu berge und ich merke, wie mich ganz langsam ein nahezu heiliger Zorn überkommt. Da wird ein junger Mann von seiner feministischen Mutter (selbstverständlich alleinerziehend!) gezwungen sich einer Therapie für potentielle Vergewaltiger zu unterziehen an deren Ende er sich bei jeder einzelnen seiner Exfreundinnen zu entschuldigen hat, welch unverbesserliches Schwein er denn sei, nur weil er Sex nicht gleich mit einem Eheversprechen gleichsetzt. Da gibt es die anfangs unschuldige Teenagerin, die schwanger wird, weil sie am Sexualkundeunterricht teilgenommen hat, der sie erst auf den Pfad der sündigen Fleischeslust geführt hat. Und da fehlt natürlich auch nicht der suizidale schwule Teenager der erkennt, dass sein sündiges Verhalten ihn auf direktem Weg in Hölle und ewige Verdammniss führt und dem es mit Hilfe eines Exorzisten/Psychologen gelingt sich von seiner krankhaften Verirrung zu befreien, eine Mormonin zu heiraten, 15 Kinder zu bekommen und in Glück und Gottesfurcht seine Tage zu beschließen…
Zugegeben, die Beispiele sind auf Krawall gebürstet, aber sie sind keinesfalls fiktiv und leider Alltag – auch und gerade im deutschen Privatversehen, dass seit den 1980ern brav alles kopiert was in Hollywood gerade hip und angesagt ist.
Warum ich mich nicht stattdessen in eines der wenigen übrigebliebenen Programmkinos zurückziehe und mir den Gewinnerfilms eines beliebigen Europäischen Kleinstfilmfestivals ansehe? Nun, mach ich gelegentlich, aber a) geht Kino auf Dauer furchtbar ins Geld und b) läuft diese Woche wirklich nur sehr stranges Zeug und c) hat mich mein Filmvorführer/Barceeper des Vertrauens letzte Woche derart mit seiner Schwärmerei über den neuen „Spezial-Gin“ mit „Spezial-Tonic“ für „Spezial-Kunden“ verwirrt, dass ich mir dieses sehr spezielle Szene-Erlebnis heute nicht schon wieder antun muss (und ja, mir genügt auch ein Saphire und wenn’s sein muss sogar ein Castelgy…hauptsache mit etwas Gurke und ZIMT! (oder Safran!))…
Außerdem…es hat einfach einen gewissen psychopathischen Charme Teenievampiren dabei zuzuhören, wie sie permanent neue pce’s (political correct expressions) kreieren und dabei trotzdem nicht vergessen im Mondlicht zu glitzern…

Eine meiner neuesten Entdeckungen auf diesem Feld ist neben der vestörenden Tatsache, dass amerikanische Untote samt und sonders anämische Schlapppschwänze mit anorektisch-evangelikalen Freundinnen sind, der eigentümliche Versuch das Wort „romantisch“ durch „poetisch“ zu ersetzten.
Entweder der kleine Westentaschencasanova von Textwriter hat zu lange am Klebstoff geschnüffelt, oder aber er ist ein oder zweimal sitzengeblieben und hat zu viele der mehr als stupiden „Synonym&Grammar“ Tests amerikanischer Highschools absolviert.
Man(n) mag in meist bedauerlichen Einzellfällen dichterisch veranlagt sein, wenn man seinen romantischen Gefühlen für Frau, Mann, Ziege oder Eiscreme Ausdruck verleiht. Die Beziehung selbst oder das mit ihnen verbundene Gefühl ist niemals poetisch, da das Wort einerseits eng mit dem Begriff des „Poeten“ verbunden ist und seine Verwendung daher einen im weitesten Sinne dichterischen Akt erfordert, also allenfalls noch auf ein durch sich selbst „erzählerisches“ Kunstwerk angewendet werden könnte (das wäre aber schon das Ende der Fahnenstange), oder es sich bei der Wendung „poetisches Gefühl“ um eine klassische Tautologie bei der mit zwei Wörtern eigentlich das Gleiche gesagt wird, da einige des Griechischen nicht ganz mächtige Zeitgenossen im 15. Jahrhundert auf die Idee kamen, ein Dichter müsse stets auch besonders gefühlvoll sein…Ob ich derartige sprachliche Korrektheit von einem Mediengenre, dessen Kerngeschäft falscher Pathos ist erwarten kann? Eigentlich nicht…

 

Advertisements