Adventskalender 2014 – 22. Türchen – Von Rosen und anderen Winterblumen

Dezembertosenblüte

Dezembertosenblüte

Ich bin wieder zurück in Deutschland. Im Fernsehen laufen Märchenfilme in denen dei Welt im Schnee versinkt. Doch auf meinem Flug über die Alpen gab’s allenfalls auf den höchsten Gipfeln etwas Puderzucker.

Draußen zwitschern die Vögel im Sonnenschein, im Wald treibt der erste Seidelbast Blüten. Herbstpilze stehen noch unangetastet vom Frost auf den Baumstümpfen und im Garten zeigen die letzten – oder sind es doch schon die ersten – Rosenblüten des Jahres an, dass sich Mamma Natura angesichts der Wetterkapriolen der letzten Wochen auch nicht mehr so ganz sicher ist, ob nun schon Frühling, noch Herbst oder doch Winter ist. Wie jedes Jahr wenn um diese Zeit noch kein Schnee gefallen ist und draußen die letzten Herbstblüten sich hartnäckig gegen die eigene Vergänglichkeit behaupten denke ich an das alte Weihnachtslied:

Maria durch ein Dornwald ging…

Kamen da nicht auch mitten im Winter blühende Rosen vor?

Soweit ich den zugegebenermaßen etwas sehr mystizistisch geratenen Liedtext verstanden habe, geht es darum, dass das noch im Mutterleib befindliche Christkind bereits pränatal Wunder vollbringt indem es einen verdorten Dornenwald in einen blühenden Rosenhain verwandelt. War es im späten Mittelalter wärmer als heute oder hat der Autor des Liedtextes einfach nur den Klimawandel vorhergesehen…wohl eher beides gedankliche Sackgassen.

Ich könnte nun viel über Christliche Mystik (http://de.wikipedia.org/wiki/Christliche_Mystik) und Marienverehrung (http://de.wikipedia.org/wiki/Marienverehrung) die Lauretanische Litanei (http://de.wikipedia.org/wiki/Lauretanische_Litanei) schreiben, aber die Erfahrung sagt mir, dass das außer ein paar sehr abgehobenen Nerds ohnehin niemanden interessiert.

Daher lieber der gutgemeinte Rat: Geht vor dem ganzen Stress an den Weihnachtstagen nochmal raus in den Wald oder auf die Felder, genießt die Sonne und dei Ruhe – und wer weiß, vielleicht entdeckt ihr da draußen ja sogar eine blühende Winterpflaume, ein paar übriggebliebene Rosenblüten oder eine Christrose, der es nicht zu warm ist, wer will darf das dann gern auch als gutes Omen für’s bevorstehende Weihnachtsfest deuten – allen anderen wünsch ich einfach viel Spaß bei ihren Entdeckungen.

Buon Di und einen schönen 22. Dezember noch!

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