Von Findenmösle und Voggenreute..

Von Findenmösle nach Voggenreuthe…

Liebe Blog-Gemeinde,

Geht’s jetzt eigentlich mal wieder nur mir so, oder ist es normal dass ich beim Anblick dieser wunderbar ost-mittel-oberschwäbischen Ortsnahmen am Jakobsweg (Aufkleber oben rechts!) eine leichte Beklemmungen um ihren ungehinderten Fortbestand im Zeitalter politischer Korrektheiten und sexualisierter Sexismusdebatten jenseits des post-femministischen Diskurses bekomme?

Vermutlich würden Frau Künast und die Schwarzer Alice sie heute ganz im gendergestreemten neu-berliner Szenechargon in Schönmoos und Lichtwald umtaufen.

Und weil ich grad so schön am politisch inkorrekten Spekustammtisieren bin , möcht ich Euch jetzt meine linguistisch nicht ganz astreine Assoziationskette  nicht vorenthalten. Und ja Tante Gertrud,  ich hätt halt mehr beim Seminar „Oberschwäbisch ist auch nur Mittelhochdeutsch das sich seltsam anhört, weil’s zweimal lautverschoben ist“ von Großonkel Hubertus selig aufpassen sollen…

Kurzgesagt, ich bin/war grad gschwind etwas mit der Übersetzung von „voggen“ überfordert- Vermutlich bin ich einfach schon zu lang im nordbayerischen Exil…Aber mal im Ernst, wahrscheinlich ist Voggenreute einer der sehr schwäbischen Ortsnamen die als  semantische Totaltautologie den Vorgang und  Ergebnis (Bewegung und Veränderung/Status) in einem an bipolarer Störung leidenden Substantiv zusammenfassen (?). Das ganze könnt dann sowas ähnliches wie eine (brandgerodete?) Lichtung auf der die Bäume umgeschlagen (gevoggt also ausgerissen) wurden und die deshalb etwas „reute“ (da steckt der gleiche Stamm wie in räudig=ziemlich lädiert drinn) ist bedeuten. Wenn mann jetzt noch nach urschwäbischer Inversivsitte das Adjektiv zum Substantiv macht und sich dabei ein frisch von echten allgäuer Wildsauen oder russischen Meteoriten gerupftes Salatbeet vorstellt und das Ganze dann auch noch in Verhältnis zum aufgrund des Alpenföhns hyperoptimalen Sonneneinfall setzt kommt eben Voggenreute oder politisch korrekt Lichtwald raus? alles klar?

Findenmösle und Voggenreute, es ist schön, dass es Euch trotz Sexismusdebatte und den „Movimenti“ zur moralischen Erneuerung des effizienzoptimierten Nordic-Walking Pilgers und meinen seltsamen Sprachschatzwandlungen noch gibt. Und wenn ihr meint, dass Eure Ortsnahmen was ganz anderes beteuten oder doch auf ein erotisches Intermezzo von Ritter Kunibert dem Wackeligen mit seiner Kammerzote Brunhilda der Vielgeliebten zurückzuführen sind, sagt’s mir bei Gelegenheit Einfach kurz Bescheid.

Gute Nacht und schlaft recht gut !

Advertisements