11. Türchen: Von Bärentatzen und Schwanen-schinken!

Bärentatzen

Ich weiß nicht mehr, wer meiner zahlreichen Bekannten mir vor Kurzem erzählt hat, einer seiner Verwandten/Bekannten/Freunde hätte ihn mit einem Schwanenschinken überrascht (Ihr werdet mir sicher auf die Sprünge helfen!).

Zwar neige ich laut einhellig zweihelliger Meinung  auch kulinarisch zum „Barockmenschen“ (Eh bien, demnach müsst auch Sushi und Pekingente Barock sein…)…doch war ich trotzdem einigermaßen neugierig, wie dieses seit Mitte des 19. Jahrhunderts aus den Kochbüchern verschwundene Gericht denn so schmecken könnte.

Leider war der Schinken vom Schwan nicht so einfach aufzutreiben, so dass ich mich anderweitig umsehen musste. Und siehe da: Im Internet existiert eine ganze Feinschmeckersubkultur, die sich fleißig über den wildartigen Geschmack von Dachsfleisch (Kunststück!), die Zubereitung echten Rentiertartars (sorry Rudolph, aber soll viel besser als normales schmecken!), Rezepte für gesottene Trottellummen (tranig!), Krammetsvögel (ich frag mich, ob die auch richtig gemästet wurden) und gefüllten Pfau im Federkleid (Sch…fieselarbeit!) austauscht! Das Ganze bestätigt meine schon länger formulierte These von der Re-barockisierung des Binnenexotischen!

Also nix wie rann an den echt schwedischen Bärenschinken…aber 120 Euro für 200 Gramm?… doch etwas teuer, so dass ich mich, weil ohnehin noch 12 der geforderten 24 Brödlessorten für den Weihnachtsteller fehlen auf die „kinderfreundliche“ Zubereitung echt schwäbischer Bäratätzla verlegt hab (gefährlich aussehen tuen sie immerhin, mit ihren Mandelstiftkrallen!)

Schwäbische Bäratätzla:

125 gr Butter

125 gr Puderzucker

125 gr Mehl

125 gr Stärkepulver

1 Ei

1 Pckg Vanillezucker

1 Teel. Backpulver

1 Prise Salz

1/2 Tasse flüssige Schokoladenglasur

1 Eßl.  Zuckerguss (Aus Puderzucker und etw. Zitronensaft)

1 Hand voll Mandelstifte

Butter, Puderzucker, Salz und Vanillezucker schaumig rühren, das Ei vorsichtig unterschlagen, ganz langsam das Gemisch aus Mehl und Stärkepulver zugeben und gut verrühren.

Teig in einen Sprizbeutel mit gezackter Tülle geben und ca. 1 cm lange „Tatzen“ ausdrücken. Die Bärentatzen bei ca. 180°C goldgelb ausbacken, abkühlen lassen und 1 Hälfte mit Schokoladenglasur überziehen. Schokoladenguss aushärten lassen (am Besten im Kühlschrank auf Backpapier) und zum Schluss die Mandelstifte mit Zuckerguss an den dunklen Enden wie kleine Krallen anfügen!

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2 Kommentare zu “11. Türchen: Von Bärentatzen und Schwanen-schinken!

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