7. Türchen: Sport ist Mord…oder: …was Hyazinthengläser mit antiken Eifersuchtsdramen gemeinsam haben

Hyazinthenglas

Auch wenn die Forschung inzwischen bezweifelt, ob es wirklich die Hyazinthe war, die beim wohl bekanntesten Sportunfall der Antike aus dem Blut des dahinsiechenden Hyakinthos entstand, musst ich beim Aufstellen meiner diesjährigen Hyazinthengläser an diesen Mythos denken (ich hab ein bisschen gemogelt und mir das Anziehen mit Aluhütchen im Keller gespaart und fertige mit Blumenerde vom Marktgärtner gekauft).

Hyakinthos, Sohn des spartanischen Königs Amyklas erregte mit seiner Schönheit die Aufmerksamkeit von Zephyr, Gott des Westwindes.

Bedauerlicherweise fand auch Apollon Gefallen an dem feschen Jüngelchen und er und Hyakynthos beschlossen flugs gemeinsam ins Fitnesstudio (die sahen damals noch etwas anders aus und hießen Gymnasien, außerdem turnte man grundsätzlich nackt und ohne Mädchen!) zu gehen und dort dem ungehemmten Körperkult zu frönen.

Nach Lukian von Samosata (ca. 120-180/200 n. Chr.), Berufszyniker, Religionskritiker, Satiriker, Mit-Erfinder des Sience-Fiction-Romans und außerdem einer meiner antiken Lieblings-Autoren, wurde der gehörnte Zephyr daraufhin derart eifersüchtig, dass er einen von Apollon geschleuderten Diskos in der Luft durch einen Windstoß ablenkte und dieser den armen Hyakinthos derart unglücklich am Kopf traf, dass dieser – ganz getreu dem olympischen Sandbackförmchen-Prinzip: Wenn’s nicht meins ist, mach ich’s wenigstens kaputt, damit der andere auch nix davon hat! – prompt daran starb.

Besonders eindrucksvoll stellt die Szene ein 1752/53 entstandenes Gemälde von Gianbattista Tiepolo im Museum Thyssen-Bornemisza in Madrid dar, dort wurde Hyakinthos nicht von dem damals etwas aus der Mode gekommenen Diskos, sondern – totally revamped – von einem topmodischen Tennisball getroffen! (http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Giovanni_Battista_Tiepolo_-_The_Death_of_Hyacinth_-_WGA22345.jpg?uselang=de)

Und was lernen wir daraus?

Willst Du lange leben, vermeide Beziehungen mit Göttern und so lebensgefährliche Dinge wie Sport! 

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